Alte Ansichten

Hier zu sehen sind einige alte Ansichten und Landkarten zur Insel Poel aus verschiedenen Zeitepochen

“Bauer und Bäuerin von der Insel Poel im Anfange des 19. Jahrhunderts”

Altkolorierte Lithographie bei Lisch, aus dem 1841 bei J.G. Tiedemann in Rostock erschienenen Werk "Meklenburg in Bildern", 11 x 13 cm

„Die Insul Pölen, nahe bey der Statt Wismar liegend, welche von Ihro Churfürstl: Durchl: zu Brandenburg Eingenommen Worten ist 1675“

 Kupferstich (Ausschnitt) aus dem „Theatrum Europaeum XI“, um 1682 24,5 x 36 cm

Diese nach Westen ausgerichtete Karte zeigt zentral die Insel Poel. Am linken Bildrand (im Ausschnitt nicht zu sehen) sind die Stadt Wismar nebst der Insel Walfisch zu sehen. Die Dörfer sind zum großen Teil an der falschen Stelle eingezeichnet und tragen zumeist recht verfremdete Namen:. So sindTimmendorf als Dämdorf, Gollwitz als Gollfs und der Prienshof als Printzenhoff bezeichnet. Die Besonderheit dieser Karte liegt darin, dass sie die bisher einzige bekannte bildliche Darstellung des Poeler Schlosses samt Nebengebäuden zeigt.

Der Kupferstich erschien 1682 in Band XI des monumentalen Geschichtsbandes “Theatrum Europaeum”. Diese 1633 von Mattäus Merian begründete und von seinen Nachfahren weitergeführte Reihe erschien in mehreren Auflagen bis 1738.

“Particulier Carte Der Gegend von Wismar nebst der Insul Poel und angedeuteter Bloquade zu Wasser und Lande 1715 wie auch Speciale Anzeigung des Außflusses des Swerinischen Sees nach Wismar: abgemessen und gezeichnet durch Herrn Heinr. Varenium, Ingenieur-Lieutenent und edirt von Ioh. Bap. Homann der Röm. Kay. M`Geogr. in Nürnberg. Cum Privil. S.C.M.”

Altkol. Kupferstich v. Johann Baptist Homann n. Heinrich Varenium, Nürnberg vor 1718, 59 x 50 cm

Die Karte zeigt die Umgebung der Hansestadt Wismar mit der Wismarer Bucht und der Insel Poel in einem Umkreis von ca. 20 km. Oben rechts eine von Putten gehaltene Kartusche mit dem oben bereits zitierten Text. Am Unterrand zu sehen eine breite Panorama-Ansicht von Wismar mit zahlreichen Schiffen, flankiert von Allegorien der Stadt und des Meeres. Weiterhin sind auf der Karte die Belagerungsstellungen der Königlich-Preußischen Truppen von Redenitn bis Lübow, der Königlich-Dänischen Truppen von dort bis Dammhusen un der Hannoverschen Truppen von Dammhusen bis Wendorf. Dargestellt sind auch das “ruinierte Schloss” sowie die Schanzen an der Fährdorfer Brücke und die Schanzen vor Groß Strömkendorf. Die Poeler Orte sind zum großen Teil nicht an ihrer geographisch korrekten Stelle eingezeichnet.

,,Niewe Afteekening van de Haven en Stad Wismar met Desselfs Inkoomende zee Gaaten So Beoosten als Beweste Poel Eyland en Beleegering van dito Stad – tot Amsterdam by Gerard van Keulen Aen de niuwe brugh met Previlegie“

Kupferstich, von zwei Platten gedruckt v. L. van Anse, Amsterdam um 1715, 58 x 51 cm

Diese seltene Karte zeigt die Umgebung von Wismar und die Wismarbucht mit zwei Windrosen, Einzeichnungen der Sandbänke und der Fahrwassertiefen. Das Kartenbild reicht bis Boltenhagen, Wustrow, Neukloster und Dorf Mecklenburg. In der Bildmitte die Insel Poel, unten links ein kleiner Insetplan (20 14 cm) von Wismar mit den Befestigungsanlagen. Anlaß zur herstellung dieser Karte war die Belagerung der damals zu Schweden gehörenden Stadt Wismar durch dänische und preußische Truppen im Jahre 1715.

Insel Poel - Wismar und Umgebung

handgezeichnete Manuskriptkarte o. J.,vor 1718, unsigniert, ohne Titel, 53,5 x 41,5 cm

Diese undatierte Manuskriptkarte gehörte bis vor kurzem zu einer Sammlung des Hauses Hannover und kam in dessen Sammlung, als die Welfen die englischen Könige stellten. Die Karte lässt sich in die Zeit vor 1718 datieren, da der auf der Karte erkennbare Turm der Festung Walfisch erst am 02. Februar 1718 gesprengt wurde. Die Karte ähnelt in vielen Details sehr der Homann´schen Karte.

“Des zum Herzogthum Mecklenburg gehörigen Mecklenburgischen Kreises Nördliche Aemter mit dem Fürstenthum Schwerin Nro. 305”

grenzkolorierter Kupferstich von Franz Johann Josef Reilly aus “Schauplatz der fünf Theile der Welt nach und zu Anton Friedrich Büschings grosser Erdbeschreibung...”, um 1788, 22 x 29 cm 

Recht zentral zu sehen ist hier die Insel Poel, auf der lediglich die Orte Timmendorf und Wangern eingezeichnet sind.

Insel Poel

  auf einer Faltkarte aus der Denkschrift “Die natürlichen Vorzüge des Hafens und der Rhede von Wismar”, Wismar 1848, 31 x 25 cm

 

“Erinnerung an Poel”

Souvenirblatt - altkolorierte Lithographie v. Carl Christoph Gundlach um 1860

Diese dekorative Grafik entstand wohl zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, zu einer Zeit also, als Poel langsam und später als andere Orte von Badegästen entdeckt wurde. Dem Beispiel anderer Ostseebäder folgend ließ der Wismarer Verleger Carl Christoph Gundlach dieses Souvenirblatt von der Lithographischen Anstalt F. Schwabe in Berlin drucken. Das Blatt zeigt in der Bildmitte eine Ansicht des Kirchdorfer Hafens mit dem Poeler Dampfer “Blitz”. Ringsherum sind in 18 Einzelansichten die Poeler Dörfer abgebildet - zumeist mit dem jeweiligen Gutshaus und der namentlichen Nennung der Besitzer bzw. Pächter. Das hier abgebildete Blatt ist das mir bisher einzige bekannte Exemplar und gehörte ursprünglich zur Sammlung des Wismarer Arztes, Historikers und Archivars Dr. Friedrich Crull. Heute gehört dieses Souvenirblatt zum Bestand des Stadtarchivs Wismar unter der Signatur AHW. Abt. VIII. Rep.1.B.III.A.23

Erfreulicherweise hat das Stadtarchiv Wismar, bzw. der Archivverein Wismar e.V. dieses wunder-schöne Blatt kürzlich digitalisiert und bietet es als Postkarte und/oder Poster zum Kauf an.

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