Fährdorf

Fährt man auf die Insel Poel, liegt gleich hinter der Brücke, die Poel mit dem Festland verbindet, Fährdorf. Das erste Dorf, in welches der Besucher so auf Poel kommt, ist zugleich auch das älteste Dorf der Insel. Seine erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1163, der ersten urkundlichen Erwähnung Poels überhaupt. In dieser Urkunde bestätigt der Hamburger Erzbischof Hartwig die Schenkungen des Herzogs Heinrich von Sachsen und Bayern an das Domcapitel zu Lübeck - unter anderem den Zehnten von Poel und ein Dorf, das in dieser Urkunde zwar nicht namentlich genannt wird, durch spätere Urkunden aber als Fährdorf identifizert werden kann.

Der Umstand, dass Poel dem Lübecker Bistum zugelegt wurde und nicht etwa dem Bistum Schwerin oder Ratzeburg, hatte politische und strategische Ursachen, die in der damaligen Zeit begründet waren. Auch wurde mit der Zuteilung Poels zum Bistum Lübeck die Grundlage für die besondere politische und rechtliche Stellung der Insel geschaffen, die in den folgenden Jahrhunderten zu beobachten ist.

die ehemaligen Büdnereien 1 und 3 in Fährdorf - erbaut um 1806 und um 1772 - dürften die beiden ältesten Häuser des Dorfes sein

In alten Urkunden und Steuerlisten wird Fährdorf zunächst als “tor Fere”, “zur Verr” u. ä. bezeichnet. 1545 taucht auch schon der Name “Verdorf” auf, kurz darauf “Ferdorp”. Lange Zeit wird dann z.B. in den Kirchenbüchern “Fehrdorf” geschrieben, bis sich in neueren Zeiten die heutige Schreibweise “Fährdorf” durchsetzte. Aus allen diesen Schreibweisen liest sich heraus, wie man in alten Zeiten auf die Insel kam: per Fähre. Wann die erste Brücke in Fährdorf erbaut wurde ist unbekannt. Doch schon für das frühe 17. Jahrhundert ist eine Brückenverbindung zum Festland belegt. Diese Brücke wurde vermutlich 1625 bei einer Sturmflut zerstört. Die bald darauf wieder errichtete Brücke wurde 1627 im 30jährigen Krieg erneut zerstört - diesmal von den Dänen, die sich auf der Flucht vor den kaiserlichen Truppen auf die Poeler Festung zurückzogen. Kurz darauf ließ der Baumeister Gherd Evert Pilooth, der von 1614-18 im Auftrag des Herzogs die Festungsanlagen und das Schloß in Kirchdorf baute, zwei neue, hölzerne Brücken in Fährdorf bauen, von denen die eine mit einer Zugbrücke versehen war.. Zum Schutz der Brücken ließ er zusätzlich zwei Schanzen aufwerfen. Für die Bewachung der Brücken wurde auf der “Schanze” eigens ein Brückenwärterhaus errichtet. In der schwedischen Landesaufnahme von 1698 heißt es hierzu: “Hinrich Schiön, bewacht die Brücke. Wohnt auf der alten Schanze in einem Haus, das die Dänen im letzten Krieg bauen lassen haben. Dafür, dass er die Brücke bewacht und die Zugbrücke jede Nacht hochzieht, bekommt er von jedem Vollbauern der Insel einen Scheffel Roggen.” Weiter heißt es: “Über die Brücken. Diese werden von der ganzen Insel unterhalten. Vor 20 Jahren gab es auch auf der mecklenburgischen Seite eine kleine Brücke, die aber im Krieg weg kam. Für deren Unterhaltung ist Strömkendorff verpflichtet gewesen, weil dessen Weideland auf dieser Seite zwischen den Wassern liegt. Seitdem ist aber keine wieder aufgebaut worden, sondern die Reisenden mussten durch die Furt fahren - denn da, wo die Brücke war, ist es nur zwei Faden tief - oft mit großen Schwierigkeiten und manchmal kamen sie wegen des vielen Wassers gar nicht hinüber. Außerdem ist die Tiefe an der Stelle, wo die Brücke lag und wo es am schmalsten ist, eine große Gefahr für Reisende, die sich nicht auskennen. Es sind deshalb auch schon dort Menschen umgekommen...”

Die alte Poeler Holzbrücke. Auf dem linken Foto ist deutlich zu sehen, dass der damalige Fahrweg südlich - vom Festland aus gesehen links am Brückenwärterhaus vorbei ging. Er wurde erst mit dem Neubau 1927 verlegt.    Fotos: Archiv Jürgen Pump

Im Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Mecklenburger Landes von 1837 heißt es zu Fährdorf und der Brücke: “...ebenfalls an der Meerenge Breitling mit 3 Erbpachtgehöften, 2 Käthnern, 4 Büdnern, einem Brückenwärter und 160 Ew. Von hier aus ist Poel vermittelst zweier langen Brücken mit dem in der Meerenge liegenden Inselchen verbunden, und von letzteren geht eine mit hohen Pfählen bezeichnete Furt durch das gewöhnlich nur flache Wasser nach dem Festlande. Bei stürmischem Wetter ist jedoch eine solche Reise zu Wagen sehr gefährlich. Zwischen beiden Brücken, von denen die äußerste mit einer Zugbrücke versehen ist, wohnt der Brückenwärter. Auf der Landseite geht von Groß Strömkendorf ab ein Weg zu der bezeichneten Furt.”

Poeler Brücke - Situation heute

1

im Jahr 1927 aufgeschütteter Damm

2

Lage der heutigen Brücke - an ihrer Stelle stand einst der 135 m lange hölzerne Vorgängerbau

3

im Jahr 1927 aufgeschütteter Damm - er ersetzte die die zweite, kürzere Brücke, die sich weiter südlich (Punktlinie) befand

4

das 1858 erbaute Brückenwärterhaus

5

Fischerschuppen auf der ehemaligen Schanze am alten Fahrweg

6

Fährdorf

die gepunktete Linie markiert den Verlauf des alten Fahrweges vor 1927

Fährdorfer Brückenwärter

N. N. Schabbelt

bis 1698

Hinrich Schön

1698-1712

Thies Kort

1721-1737

Hans Hinrich Plagemann

1743-1773

Jochim Hinrich Lörchner

1775-1806

Carl Schünemann (Vater)

1812-1829

Carl Schünemann (Sohn)

1839-1845

David Steinhagen

1846-1886

Hans Heinrich Waack

1891-1900

Fritz Ludwig Martin Weidemann

1908-1927

Die 1927 erbaute Betonbrücke versah Ihren Dienst bis in das Jahr 2000. Dann genügte die Brücke den heutigen Ansprüchen nicht mehr und da auch eine Sanierung nicht in Frage kam, entschloß man sich für einen Brücken-Neubau. Im November 2000 begannen die Bauarbeiten für die neue Brücke und am 08. Juni 2001 wurde sie schon für den Fahrzeugverkehr freigegeben.

Eine große Gefahr für die Poeler Brücken war das Wetter. Neben Sturmfluten war es der winterliche Eisgang, der die Holzkonstruktionen mehr als einmal beschädigte oder gar zerstörte. Im Jahr 1927 wurden dann die letzten, aus dem Jahr 1843 stammenden Holzbrücken durch eine neue Betonbrücke ersetzt. Zusätzlich wurden die zur Brücke führenden Dämme erheblich ausgebaut und verlängert.

alte Fischerschuppen am alten Fahrweg auf der ehemaligen Schanze in Fährdorf bei Hochwasser

Die Fährdorfer Höfe:

In alten Zeiten, also vor dem 30jährigen Krieg gab es in Fährdorf zunächst noch sechs Bauernstellen (1519-1600), die zusammen 15½ Hufen Ackerland bewirtschafteten. An dieser Aufteilung scheint sich bis zum Ende des 16. Jahrhunderts nichts geändert zu haben. Im 17. und 18. Jahrhundert sind es dann nur noch drei Hofstellen mit zusammen ca.13 Hufen und zwei Katenstellen mit je 1 ¼ Hufen, die später zu Erbpachtstellen werden. Anhand verschiedener Quellen lassen sich die Besitzverhältnisse der einzelnen Höfe einigermaßen rekonstruieren:

Inhaber der Fährdorfer Hofstellen im 15. und 16. Jahrundert:

Amt Bukow, Amtsregister 1519

tor Fere:

M

ß

Jaspar Lemmeke

2

 

Peter Steenhagen

3

 

Bartelt Poleman

+8alb.

Hermen Lemmeke

+8alb.

Clawes Schulte

3

 

Henneke Weytendorp

+8alb.

 

16 M

 

* Quelle der Tabellen: “Mecklen-burgische Bauernlisten des 15. und 16. Jahrhunderts, Heft 2: Das Amt Bukow mit dem Lande Poel, Schwerin 1938

zu den in den Tabellen verwendeten Abkürzungen:

Dt.

Drömbt (Maßeinheit)

Schl.

Scheffel (Maßeinheit)

fl

Gulden (Währung)

M

Mark (Währung)

ß

Schilling (Währung)

Pfennig (Währung

H.

Hufe (Flächenmaß)

Amt Bukow, Amtsregister 1524

Zw Verr:

M

ß

Jasper Lemke

2

 

 

Peter Steynhagen

3

 

 

Bertelt Polman

 

32

Henrick Lemke

 

32

Hans Schulten

3

 

 

Asmus Weytendorp

 

32

Amt Bukow, halbe Landbede 1544

Tor Fere:

M

ß

Jasper Lemmeke, 2 H.

1

 

Peter Steinhagen, 3 H.

 

Hans Schulte, 3 H.

 

Marcus Ferman, 2½ H.

 

20

Gereke Bentzyn, 2½ H.

 

20

Hans Jurgens, 2½ H.

 

20

Peter Levetzow

 

2

Peter Havingk

 

2

Clawes Mellendorp

 

2

Peter Harteyke

 

2

Für 1519 bis 1584 sind nach diesen Listen also sechs Bauernhöfe mit zusammen 15½ Hufen und bis sechs Katenstellen für Fährdorf belegt. Dazu kamen noch zwei Leineweber und der Krug.

Amt Bukow, Türkenschatzung 1553

Tom Ferdorp

Wert

Abgabe

 

fl

ß

fl

ß

Hans Schulte

266

 

1

8

 

Achim Peters, eyn kater

 

 

 

1

6

Clawes Swarte

100

 

 

12

 

idem badenlohn

2

 

 

1

 

Tonnies Geistman

33

 

 

8

 

Gerke Bentzin

100

 

 

12

 

Vicke Hartesche

13

 

 

2

 

Clawes Schulte

100

 

 

12

 

Hans Jurges

50

 

 

6

 

Achim Cantzeler

13

 

 

2

 

Asmus Weitendorp

13

 

 

2

 

die Herde vordeint

4

 

 

2

 

 

 

 

3

20

6

Amt Bukow, Ablager 1556

Tor Veher: 15½ hoven

fl

ß

Hans Schulte

 

3

6

Gercke Pentzin

 

3

6

Claus Schulte

 

3

6

Asmus Lemmeke

 

3

6

Asmus Steinhagen

 

3

6

Hans Jurges

 

3

6

bottlingesgeldt

 

21

 

1 fl 22½ ß ochsengeldt 3Dt. 1½ Schl. havern

1598 sind dann nur noch vier Bauern mit 10½ Hufen aufgeführt.

Amt Bukow, Land Poel, Beschreibung 1579

daß Veherdorf:
Zeugen: Clauß Schultze, 60 j., dort geboren. Marcus Carstens, 80 j., geb. in Stülow, seit 50 J. auf Pöl. 4 Bauern, 10 ½ Hufen, Gericht, Dienst, Auf- und Ablass, Ablager dem Amt Bukow. Keine Hölzung ausser Weiden, Fischerei nur Aalstechen auf der Salzsee.

Abgaben:

 

Königsbede

Stolbede

Pacht

Rauchhuhn

 

den Fürsten

dem Capittel zu Lübeck

 

fl

ß

ß

fl

Stck.

Marcus Carstens

1

18

8

2

6

6

1

Clauß Schultz

1

18

8

2

6

8

1

Hanß Weitendorf

1

18

8

2

6

6

1

Clauß Schultz wegen Gotken Schultzen erbes

2

 

 

3

 

6

1

 

7 fl 18 ß 6

26 fl

4l

14 fl Landbede ,,huner und eyer zur außrichtung, wan unser gnediger furst und herr ins ambt Bukow oder zur Wißmar ankompt”

Amt Bukow, Land Poel, Landbede 1584

Vehrdorpf hat 15½ huefen

 

huefen

fl

ß

 

huefen

fl

ß

Aßmus Lembke

2

2

16

Harmen Weichman koeter

 

 

8

Godtke Schultze

3

8

Chim Lewetzow koeter

 

 

8

Claweß Schultze

3

4

 

Chim Steinhagen

 

 

8

Hans Weitendorpf

3

8

der kruger

 

 

8

Claweß Scheune

3

8

Mattias Kerstens, einligger

 

 

2

Aßmus Steinhagen

3

4

 

Hans Martens, einligger

 

 

2

Harmen Barnith koeter

 

 

8

Peter Weitendorpf,einligger

 

 

2

Claweß Honnigk koeter

 

 

8

Peter Weitendorpf, schneider

 

 

16

Harmen Geistman koeter

 

 

8

Harmen Geistman, schneider

 

 

16

Claweß Schwertze koeter

 

 

8

Harmen Weichman. leinweber

 

 

16

(summa lateris)

26

14

1598 Land Poel, Fährdorf, Beschreibung

Verdorf: wonen 4, haben 10 ½ hofen. Diese dienen ein jeder teglich mit einer pflug (sonst seindt noch zwein im selben dorfe, geben dienstgelt, sollen aber wieder zu diensten gebraucht werden), seyen jarlich19 Dt. roggen, 18 Dt. 6 Schl. Gersten, 7 Dt. erbsen, geben jarlich 7 fl 6 ß den hern an konninges- und stolbede, 21 fl an capittelspacht nach Lubeck, 5 rauchhuener auch dahin.

Für die Zeit zwischen 1600 und ca. 1700 fehlen derzeit noch die Quellen, so dass eine Zuordnung der obigen Höfe zu den folgenden nur sehr schwer möglich ist.

Inhaber der Fährdorfer Hofstellen* ab dem 17. Jahrundert oder früher:

Gehöft I (Erbpachthof I, in den 1830er Jahren durch die Separation der Feldmarken aus dem Dorf heraus verlegt - heute Fährdorf-Hof)

Hermann Lembke

gen. 1519

Hausmann

Jasper Lembke

gen. 1554

Hausmann, Sohn des vorigen

Asmus Lembke

gen. 1582

Hausmann, Sohn des vorigen

Jasper Lembke

gen. 1601

Hausmann, Sohn des vorigen

Asmus Lembke

vor 1683

Hausmann, Sohn des vorigen

Harm Lembke

um 1683

Hausmann, Schulze, ältester Sohn des vorigen. Laut Inventarium von 1694: ,,Harmen Lembcke der Schultz, ein Bauman, deßn Frau Engell Satowen haben 6 Kinder: 1. Asmus 14, 2. Jochim 12, 3. Harmen 10, 4, Hans 7, 5. Grete 3, 6. Maria 1½ Jahr. An Vieh 12 Pferde, 4 Ochsen, 2 Rinder, 1 Kuh und 2 Kälber. ,Die Schweine deren 22 gewesen wahren Ihm sampt 7 Schaafen und 2 Rindern leider im Waßer ersoffen, da die große Fluht gewesen. Daß Hauß ist von 8 Gebinden und in schlechtem Stande, die Scheüne von 7 Gebinden schlecht, und der Viehstall von 8 Gebinden, ist gar darnieder gefallen. Hat 5½ Hufen Landes…“ Laut der schwedischen Landesaufnahme von 1698: “Harmel Lemmick, Schulze, wohnt auf einem alten Bauernhof, wozuvon alters her 3 Hufen Acker gehört haben ... ansonsten hat er noch 2½ Hufen zwischen dem Acker der anderen Leute, die zu einer wüsten Stelle gehört haben...”

Asmus Lembke

1709-?

Hausmann, ältester Sohn des vorigen

Harm Lembke

1738-1759

Hausmann, ältester Sohn des vorigen

Johann Christoph Bruhn

1759-1765

Hausmann, Schwiegersohn des vorigen; heiratete dessen älteste Tochter

Gabriel Lembke

1793-1802

Hausmann, Schwiegersohn des vorigen; heiratete dessen älteste Tochter bzw. die Witwe seines Vorgängers Bruhn.

David Lembke

1803-1841

Hausmann und Schulze, Sohn des vorigen. Zu seiner Zeit wird der Hof an seine heutige Stelle verlegt.

David Lembke

1841-1853

Hausmann und Schulze, Sohn des vorigen

Erdmann Lembke

1853-1875

Hausmann, Interimswirt - zweiter Mann der Witwe von David Lembke

Gustav Lembke

1875-1905

Erbpächter und Obervorsteher der Insel, Sohn von David Lembke. Er erbaut 1878 die damals neue Dreiseiten-Hofanlage in Fährdorf-Hof. Seine Frau bringt Hof II mit ein, wodurch Höfe I und II verschmelzen.

Gustav Lembkes Erben

1905-1926

Größe des Gutes (I u. II) 1908: 124,1 ha, verkaufen an Kurt Schulz

Kurt Schulz

bis 1945

Größe des Gutes 1945: 108 ha, Enteignung 1945.

Gehöft II (Erbpachthof II, in den 1830er Jahren durch die Separation der Feldmarken aus dem Dorf heraus verlegt - heute Fährdorf-Ort)

Hans Steinhagen

1670-1698

Hausmann. 1694: ,,Hanß Steinhagen ein Baumann, deßen Frau Catharina Fehrmann haben 4 Kinder, Liesche von 20, Peter 16, Catharin von 12 und Lucia von 8 Jahren. An Vieh 14 Pferde, 6 Ochsen und 4 Rinder, 6 Kühe und 3 Kälber, 16 Schweine und 10 Schaafe. Daß Hauß von 8 Verbundten in schlechtem Stande, die Scheune von 6 Verbundten und d. Backhauß von 3 Verbundten in gutem Stande, hat 5 ½ Hufen“

Peter Steinhagen

1698-1731

Hausmann, Sohn des vorigen. Laut der schwedischen Landesaufnahme von 1698: “Petter Steinhagen, hat einen alten Bauernhof in Besitz, wozu seit Menschengedenken Acker von 5½ Hufen gehört hat ... Doch dürften ihm wohl schon früher 2½ Hufen von einer wüsten Stelle dazu gelegt worden sein.”

Hans Steinhagen

1731-1761

Hausmann, Sohn des vorigen

Peter Steinhagen

1761-1791

Hausmann, ältester Sohn des vorigen

Hans Steinhagen

1791-1828

Hausmann, Sohn des vorigen

Hans Steinhagen

1829-1853

Hausmann, Erbpächter, ältester Sohn des vorigen

Hans Steinhagen

1855-?

Erbpächter, Oberschulze, ältester Sohn des vorigen

Gustav Lembke

1875-1905

Erbpächter, Oberschulze, Schwiegersohn des vorigen

Gustav Lembkes Erben

1905-1926

verkaufen Hof I u. II an Kurt Schulz

Kurt Schulz

bis 1945

Größe des Gutes 1945 (Hof I u. II. zusammen): 227 ha. Enteignung 1945.

Gehöft III (Erbpachthof III, Fährdorf-Dorf)

Hans Weitendorf

1656

Hausmann

Christian Weitendorf

1661-1669

Hausmann, wohl Sohn des vorigen

Jochim Schmidt

1685-1713

Hausmann, wohl Schwiegersohn des vorigen, 1694: ,,Jochim Schmidt, ein Baumann, deßen Frau Margaretha Weitendorf haben 3 Kinder, Michel von 10, Christian von 8 und Hanß von 6 Jahren und an Vieh: 6 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe u: 2 Rinder, item 8 Schweine. Daß Hauß von 5 Verbundten in ziemblichen Stande, hat 2 Hufen Landes.“ Laut schwedischer Landesaufnahme von 1698: “...hat seinen Acker von 2 Hufen, die von alters her zu seiner Hofstelle gehören, gesondert liegen. Früher haben seine Vorfahren auch 2½ Hufen in den anderen Feldern gehabt, die jetzt aber Nr. 3 und 4* nutzen.”

Michel Schmidt

1713-1739

Hausmann, ältester Sohn des vorigen

Michael Schmidt

1739-1763

Hausmann, einziger Sohn des vorigen

Matthias Schmidt

1763-1791

Hausmann, einziger Sohn des vorigen

Joachim Paetow

1791-1823

Hausmann, Schwiegersohn von Matthias Schmidt

Johann Paetow

1823-1845

Erbpächter, ältester Sohn des vorigen

Johann Paetow

1845-1866

Erbpächter, ältester Sohn des vorigen; hatte selbst keine Söhne; verkaufte das Gut offenbar vor 1876 an Johann Albrand

Johann Albrand

bis 1890

Erbpächter, stammte aus Tessin

Martha Albrand

1890-1906

Erbpächterin, Witwe von Johann Albrand

Hugo Evers

1906-1937

Erbpächter; Schwiegersohn von Johann und martha Albrand; Größe des Gutes 1908: 89,4 ha. Viehbestand 1908:12 Pferde, 40 Rinder, davon 30 Kühe, 50 Schweine.

Ernst Burmeister

1937-1945

Erbpächter; Ehemann von Frieda Hesse, der Adoptivtochter von Hugo Evers. Größe des Gutes 1945: 92 ha mit weiteren Besitzungen auf dem Festland. Enteignung 1945.

* gemeint sind hier die Hofstellen von Claus Steinhagen (Gehöft V) und Hinrich Satow (Gehöft IV)

Gehöft IV (Kossatenhof, Erbpachthof IV)

Johann Satow

vor 1690

 

Witwe Satow

1694

Witwe des vorigen. 1694: ,,Johan Satowes Wittwe hat 8 Kinder davon 1. Jochim zu Schwerin von 30 Jahren. 2. Maria wohnet in Kirchdorff hat Claus Eversen. 3. Hinrich Satow von 23. 4. Catharina 20 Jahr 5. Claus von 18Jahren fährt zur See. 6. Anna von 16 Jahren 7. Engel von 16 und 8. Christian von 4 Jahren. An Vieh 2 Ochsen, 3 Kühe, 2 Rinder, 2 Kälber, 6 Schweine und 4 Schaafe. Daß Hauß von 5 Verbundten in schlechtem Stande. Hat 1 ¼ Hufen Landes.“

Hinrich Satow

1698-1733

Sohn des vorigen. Laut schwedischer Landesaufnahme von 1698: “... wohnt auf einem Kossatenhof, wozu seit alters her ein kleines Ackerstück von einem Scheffel und Acker von fünf Scheffel Aussaat ... gehört haben. Außerdem hat er 1 ¼ Hufen, die früher zu dem Acker von Nr. 3* gehört haben. Diese hat er wohl seit 26 Jahren”

Joachim Schabbelt

1733-1737

Schwiegersohn von Hinrich Satow

Asmus Evers

1764-1794

Kätner, Schwiegersohn von Joachim Schabbelt

Jochen Hinrich Evers

1794-1829

Kätner, ältester Sohn des vorigen

Jochim Hinrich Evers

1829-1867

Kätner, zweitältester Sohn des vorigen

Joachim Evers

1867-1902

Kätner und Erbpächter, Sohn des vorigen, hinterlässt keine Nachkommen

Karl Rebien

1908-1916

Erbpächter

Frieda Rebien

1916-1945

Witwe des vorigen

* gemeint ist hier die Hofstelle von Claus Steinhagen (Gehöft V)

Gehöft V (Kossatenhof, Erbpachthof V)

Claus Steinhagen

1694-1698

1694: ,,Claus Steinhagen, Baumann, deßen Frau todt, hat 2 Kinder Hans von 10 und Jochim von 8 Jahren, an Vieh 2 Ochsen, 3 Pferde, 2 Kühe, 5 Schweine und 3 Schaafe. Daß Hauß von 4 Verbundten. Dabey 1 ¼ Hufen Landes.“ Laut der schwedischen Landesaufnahme von 1698: “... wohnt an einer Stelle, wo, wie er sagt, früher kein Grundstück gewesen ist, sondern eine Wurte. Die eigentliche Hofstelle war am Weg auf der Nordseite des Ackerstücks. Er hat 1 ¼ Hufen, die er seit ungefähr 20 Jahren nutzt. Davor wurde dieser Acker von Jochom Smittz Hofstelle genutzt”

Johann Pierstorf

1745-1773

Kätner und Krüger

Hans Pierstorf

1773-1822

Kätner und Krüger, Sohn des vorigen

Johann Pierstorf

1822-1825

Kätner und Krüger, Sohn des vorigen; unverheiratet, hinterlässt keine Nachkommen

Peter Evers

1826-1852

Kätner und Krüger, Schwager des vorigen

Peter Evers

1856-?

Kätner und Krüger, Sohn des vorigen

Jochim Hinrich Wegener

bis1869

Kätner und Krüger

Joachim Wegener

1869-1878

Kätner und Krüger, Sohn des vorigen

Peter Pierstorf

1890-1899

Erbpächter und Krüger, Schwiegersohn des vorigen, keine Nachkommen

Gustav Wegener

bis 1924

Erbpächter und Pferdehändler, Sohn von Joachim Wegener, Schwager des vorigen

Frieda Wegener

1924-1937

Witwe des vorigen; ist ab 1931 auch Besitzerin von Gollwitz (vormals Beyer ebd.)

Hans Winter

1937-1945

 

* Die aufgezeigten Hoffolgen sind keinesfalls vollständig. Sie wollen vielmehr nur einen Versuch darstellen, die Hoffolgen zu rekonstruieren. Auch konnte ich anhand der mir zur Verfügung stehenden Quellen nicht immer nachvollziehen, wann genau die Höfe ihre Besitzer wechselten. Die angegebenen Jahreszahlen geben daher z.T. nur den ungefähren Zeitraum der Inhaberschaft einer Hofstelle an.

Im 19./20. Jahrhundert erfuhr Fährdorf eine Erweiterung duch Bebauung mit Häuslereien, wie z. B. an der Straße nach Malchow.

 

die ehemalige Häuslerei 5 - erbaut 1907/1908 von meinem Urgroßvater, dem Fährdorfer Fischermeister Wilhelm Post

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