Hellmann

Das Poeler Geschlecht Hellmann geht zurück auf den aus Groß Siemen stammenden Holländer August Hellmann, der um 1760 nach Poel kam. August Hellmann war mit einer geborenen Kröpelin verheiratet. Sein 1759 noch zu Groß Siemen geborener Sohn Johann Friedrich Hellmann ist der Stammvater aller Poeler Hellmanns. Er war wie sein Vater Holländer und starb 1832 als Büdner in Kirchdorf. Verheiratet war Johann Friedrich mit der aus Warkstorf stammenden Holländertochter Trien Mariek Dorthie Bartels. 

Joachim Peter Friedrich Hellmann, Sohn der oben genannten und Enkel von August Hellmann war zunächst Schäfer, später dann Büdner, Krämer und Krüger zu Kirchdorf. Verheiratet war er mit seiner Cousine, der aus Lützow stammenden Catharina Margarethe Bartels. Auch sie war eine Holländertochter.

Die vierte Generation der Familie begann sich dann mit der eigentlichen Landwirtschaft zu beschäftigen. Der 1820 geborene Sohn von Joachim Peter Friedrich, Joachim Peter Hellmann war Pfarracker-Pächter zu Kirchdorf. Sein Sohn wiederum, Joachim Peter Albert war der erste Hellmann in Malchow. Er übernahm wohl um 1893 die Malchower Erbpacht-Höfe IV und V, die vorher über sechs Generationen (Hof V) von einem aus Wangern stammenden Zweig der Familie Evers bewirtschaftet wurden. Nach dem Tod von Joachim Peter Albert 1917 führte dessen Witwe den Hof bis 1920. Dann übernahm Sohn Fritz Hellmann den Hof. Der Hellmannsche Hof in Malchow (IV und V zusammen) hatte 1945 eine Größe von 93 ha und entging daher der Enteignung durch die Bodenreform, die erst ab 100 ha erfolgte. Bis 1959 bewirtschaftete Fritz Hellmann seinen Hof und war bis zu diesem Zeitpunkt einer der letzten beiden nicht enteigneten Hofbesitzer. 1959 verpachtete Fritz Hellmann dann seinen Besitz an das Volkseigene Saatzuchtgut Malchow (vormals Dr. Hans Lembke) und kam somit der Zwangskollektivierung (LPG) zuvor.

Fritz Hellmann blieb als Landwirt bis zu seinem Tod 1987 auf seinem Hof. Mit seinem Tod starb die Poeler Familie Hellmann aus. Er hinterließ drei Töchter, von denen eine bis in jüngste Zeit noch auf dem Anwesen lebte. Ich erinnere mich gern an meine letzte Begegnung mit dieser Hellmann-Tochter: Während eines Poel-Urlaubs 2006 fuhr ich nach Malchow, traf dort die inzwischen hochbetagte Frau und bat sie, ihren wunderschönen Bauerngarten hinter dem Haus sehen zu dürfen, was sie mir erlaubte. Was ich bis dato nicht wusste: Sie war mit meinen Fährdorfer Großeltern gut bekannt und kannte mich schon als Kleinkind.

Der Hellmannsche Anwesen ist sicher eines der schönsten auf der Insel. Hier zu sehen der Altenteiler-Anbau (links) und die 300 Jahre alte Scheune (rechts), die inzwischen renoviert wurde.

 

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