Metelmann

Die Metelmanns begegen uns auf Poel „erst“ in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hierbei sind zwei Linien zu unterscheiden, die nicht miteinander verwandt waren bzw. sind:

1. Der vom Alt Bukower Stamm abgehende ältere Poeler Ast, beginnend mit dem 1801 in Vietlübbe geborene Johann Joachim Heinrich Metelmann. Er heiratet 1821 die aus Fährdorf stammende Anna Maria Behnke und begründete mit ihr diese ältere, noch heute auf Poel bestehende Linie.
Der Alt Bukower Stamm lässt sich bis in das Jahr 1753 zurück verfolgen, als der Pepelower Knecht Jochim Christoph Metelmann Anne Ilsche Boitz heiratet und damit diese Linie begründet. Ein Nachkomme dieser Linie ist der aus Berlin stammende Greifswalder Professor Hans-Robert Metelmann, der 2002-2006 das Amt des Kultusministers in Mecklenburg-Vorpommern inne hatte.

2. Der vom Alt Gaarzer Stamm abgehende, über den Hohenkirchener Ast abstammende jüngere Poeler Unterast, beginnend mit dem 1848 zu Hohenkirchen geborenen Johann Carl Heinrich Metelmann. Er war von Beruf, wie zuvor schon sein Vater und Großvater, Müller und übernahm 1874 die Poeler Mühle in Niendorf. Diese führte er bis 1919. Dann übergab er die Mühle an seinen Sohn Ernst, der die Niendorfer Mühle seinerseits bis 1940 betrieb und dann an den letzten Poeler Windmüller Richard Hallier verkaufte. Johann Metelmann nahm nach der Übergabe der Mühle an seinen Sohn seinen Alterssitz in Wismar und starb dort 1932 im Alter von 83 Jahren.
Die Vorfahren dieser jüngeren Poeler Linie lassen sich bis etwa in das Jahr 1630, also vor dem 30jährigen Krieg zurück verfolgen. Um dieses Jahr wurde Cheel, auch Michel Metelmann geboren, der um 1670 auf der Halbinsel Wustrow als Schäfer lebte und arbeitete. Woher er stammte, ist nicht bekannt. Sein Sohn Jochim und sein Enkelsohn Antonius arbeiteten ebenfalls als Schäfer, letzterer auch als Holländer. Carl Hans, der Urenkel von Cheel Metelmann wird der erste Müller dieser Linie und übt diesen Beruf zunächst in Uhlenbrook bei Westenbrügge aus, bevor er ab etwa 1769 Mühlenbesitzer zu Hohenkirchen wird. Auch sein Sohn Jacob Christoph Detlof und sein Enkel Carl Joachim Heinrich sind Mühlenbesitzer bzw. Erbmüller zu Hohenkirchen. Der Sohn des letzteren, der oben erwähnte Johann Carl Heinrich wird dann Müller auf Poel.

 

Mit der Genealogie der verschiedenen Metelmann-Familien setzt sich der aus Mecklenburg stammende und heute in Belgien lebende Klaus Metelmann intensiv auseinander. Seine Webseite finden Sie hier.

Der Poeler Müller Johann Metelmann mit seiner Ehefrau Caroline, geb. Bobertz. Das Foto entstand im Jahr 1910 an der Südseite des heute noch existierenden Müllerhauses in Niendorf.     Foto: Archiv Jürgen Pump

Der Familienname Metelmann ist lt. Literatur ein sogenannter Herkunftsname. Der oder die ersten Namensträger stammten entweder aus dem Ort Metel bei Wunstorf (Region Hannover) oder aus dem nördlich Schwerin gelegenen Meteln. Der untenstehenden Verbreitungskarte nach scheint der letztgenannte Ort am ehesten in Frage zu kommen.

 

 

 

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