Viel Wind um Poel

Im Gegensatz zu den gedruckten Medien findet sich zu Poel in den Film-Archiven nur recht wenig. Nach meiner Recherche im Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg, welches auch das Filmmaterial des ehemaligen DDR-Fernsehens archiviert, verwaltet und erschlossen hat, gibt es von Poel aus der Zeit vor 1990 nur wenig Film-Material, welches meist aus Kurzbeiträgen besteht wie: “Fischer von Poel” (1971), oder Teil einer größeren Sendung war wie: “Tippeltips” (1988 u. 1989) und “Im Bilde” (Sendung für Gehörlose 1988). Aber es gab auch noch das:

“Fischer von Poel” ist eine halbstündige, noch in schwarz-weiß gedrehte Reportage der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR aus dem Jahr 1971. Viele Poeler Fischer sind hier bei der Arbeit zu sehen und stehen Rede und Antwort. Schwerpunktmäßig geht es um die Fischer der damaligen Fischereigenossenschaft “Klaus Störtebeker”.

“Viel Wind um Poel” ist eine Reportage des DDR-Fernsehens, die 1973 entstand und am 17.11.1973 im zweiten Programm um 21:18 Uhr erstmals ausgestrahlt wurde. Regisseur Horst Mielast und Autor Tony Neuner beschreiben in ihrer Reportage das Leben auf der Insel, den Fremdenverkehr, die Fischerei und vieles mehr. Die Reportage ist für den eingefleischten Poeler sicher ein Augenschmaus, kommen hier doch viele bekannte Gesichter vor. So kommt z. B. die langjährige Poeler Museumsleiterin Ursula Breidenmoser zu Wort, ist das Poeler Blasorchester in seiner damaligen Besetzung zu sehen und auch manch alter Poeler Fischer kommt zu Wort.

“Prüfung auf Poel” ist eine ebenfalls knapp halbstündige Reportage des Fernsehens der DDR von Fritz Bohne und Horst Mielast aus dem Jahr 1978. Inhaltlich geht es, wie der Titel es schon andeutet, um die Abschluß-Prüfung einer 10. Klasse der Inselschule. Konkret werden drei Schüler durch die letzten Prüfungstage begleitet. Neben interessanten Aufnahmen von Landschaft und Gebäuden sind auch viele Poeler Lehrer jener Zeit zu sehen.

“Die Insel Poel” war der schlichte Titel einer weiteren Reportage des DDR-Fernsehens und noch wacher dürften die Erinnerungen der junggebliebenen Insulaner an diese Reportage aus dem Jahr 1982 sein. In jenem Jahr drehte Karl Eduard v. Schnitzler als Regisseur und Autor (ja, der vom “Schwarzen Kanal”!) einen knapp dreiviertelstündigen Film über die Insel. In dieser erstaunlich unpolitischen Reportage wird das Leben auf der Insel noch weit eindrucksvoller dargestellt wie in den oben erwähnten. Viele Poeler sind zu sehen und kommen zu Wort. Wieder dabei die Museumsleiterin Ursula Breidenmoser, aber auch viele andere Insulaner wie z. B. der damalige Inselarzt, aber auch der Volkschor, der Veteranenclub, die damals neue Schule, die LPG, die Werft und vieles mehr. Erstsendetermin dieser Reportage war der 23.04.1982.

“Sansibar oder der letzte Grund” war ein Spielfilm des Schweizer Regisseurs Bernhard Wicki, der den Stoff 1987 auf Grundlage des 1957 erschienenen Romans von Alfred Andersch filmisch umsetzte. Drehort war unter anderem auch die Insel Poel. Interessant ist nicht nur der Film, sondern auch manche Einstellung, die Einheimischen durchaus ein Schmunzeln entlockt. Dabei war auch der Kutter eines Poeler Fischers, der extra für die Dreharbeiten umgestaltet wurde. Es lohnt sich sicher, diesen Film - wenn er denn mal wieder im TV laufen sollte - anzusehen.

Die vier ersten erwähnten Reportagen kann man übrigens für den Privatgebrauch gegen Gebühr bei der RBB Media Gmbh bestellen!

 

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