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Poeler Auswanderer


Auswanderung hat es in den vergangenen Jahrhunderten schon immer gegeben. In der Zeit von 1850-1890 setzte jedoch eine Massen-auswanderung von Mecklenburgern vorzugsweise nach Amerika ein. Gründe hierfür lagen zumeist in der politischen Rückständigkeit Mecklenburgs und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Not vieler Mecklenburger Untertanen: Erst 1821 wurde in Mecklenburg die Leibeigenschaft abgeschafft. Dieser Fortschritt erwies sich jedoch für viele ehemalige Leibeigene als Nachteil. Hatten sie als Leibeigene noch     so etwas wie ein Heimatrecht, war ihnen dieses nun genommen. Wollten sie sich anderorts niederlassen, bedurfte dies immer einer Erlaubnis, die von der jeweils zuständigen Obrigkeit oft nicht erteilt wurde. Man wollte somit eventuell späteren finanziellen Verpflichtungen aus dem Weg gehen, sollte der nun Heimatberechtigte in Not geraten.  

Mobirise

Die meisten Auswanderer kamen somit auch vom Lande und weniger aus den Städten. Von 1850 bis 1900 verließen etwa 250.000 Mecklenburger ihre alte Heimat; davon gingen etwa 200.000 nach Übersee, die meisten in die USA. Auf Poel waren die politischen Verhältnisse zwar anders - so gab es hier nie die Leibeigenschaft wie auf dem restlichen Festland und die Bauern waren freie Leute - aber auch von der Insel wanderten Einzelpersonen, Paare und ganze Familien nach Amerika oder in andere Länder aus. Die Gründe waren aber auch hier die gleichen und i.d.R. wirtschaftlicher Natur. Zumeist waren es die blanke Not und Perspektivlosigkeit, aber auch Abenteuerlust und geschäftliche Interessen.


Untenstehend sind einige Poeler Auswanderer-Schicksale mehr oder weniger ausführlich aufgeführt:

BAHR, Friedrich (* 3. Oktober 1863) Der aus Bruch bei Hannover stammende Pastor war Schwiegersohn des damaligen Poeler Pastors Traugott Witte. Bahr war in erster Ehe mit Wittes Tochter Maria Elisabeth Louise verheiratet und nach deren frühen Tod mit deren Schwester Magdalena. Als Bahr Magdalena 1892 in zweiter Ehe auf Poel heiratete, war er schon Pastor im Städchen Lena, Illinois in den USA. Dort verstarb er 1936, seine Frau 1967. Beide sind auf dem Friedhof Fairmount Cemetery in Lamar, Prowers County in Colorado begraben. Ihre Gräber existieren noch heute.

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BEYER, Anna Agneta (* Malchow 28. Februar 1831) Die Schwester des im folgenden genannten Hans Hinrich Beyer wanderte wohl mit ihrem Bruder gemeinsam aus. Sie lebte wie ihr Bruder in Mishicot und blieb unverheiratet.

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Mobirise

BEYER, Hans Hinrich wurde als fünftes von sechs Kindern des Malchower Hausmanns Jochim Beyer und seiner Frau Anna, geb. Evers am 19. Januar 1829 in Malchow geboren. Er entstammte der auf Poel alteingesessenen Familie Beyer, die sich auf der Insel bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück verfolgen lässt. Als zweitgeborener Sohn erbte er nicht den elterlichen Hof, was mit ein Grund gewesen sein mag, dass er die alte Heimat verließ. Hans Beyer wanderte um das Jahr 1852 in die USA aus und ließ sich als Landwirt in Mishicot, Manitowoc County, Wisconsin nieder. Er bewirtschaftete anfangs 89 ha Land und errichtete später u.a. eine große Käserei. Hans Beyer war mit der ebenfalls aus Deutschland stammenden Caroline Runge verheiratet. Die Runges kamen 1847 in die USA und gehörten zu den ersten Siedlern in diesem Teil des Countys. Hans Beyer, ein überzeugter und angesehener Demokrat starb am 15. Juli 1890 im Alter von 62 Jahren. Hans und Caroline Beyer hatten zwei Kinder: Tochter Emma, die unverheiratet blieb und Sohn Ira. Dieser wurde später zu einem der bedeutendsten Männer seiner Heimatstadt. Er führte die elterlichen Farm weiter, war aber auch Besitzer einer Zementfabrik, betrieb eine elektrische Lichtanlage und war im Brückenbau tätig. Ira Beyer war weiterhin Präsident der State Bank of Mishicot.

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BRANDT, Johann Heinrich Der aus Fährdorf stammende Sohn eines Tagelöhners ging am 6. November 1866 an Bord des Seglers “Sir John Lawrence” und wanderte in die USA mit Zielhafen New York aus. Heinrich Brandt war zum Zeitpunkt seiner Auswanderung 25 Jahre alt und ledig.

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BRUSS (BRUHS), Anna Lucia Die 1842 in Gollwitz geborene Büdnertochter wanderte am 31. Oktober 1883 mit dem Dampfschiff “Rugia” Richtung New York aus. Sie verlässt ihre Heimat offenbar allein.

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BRÜSEHAFER, Johann Heinrich aus Wangern stammte ursprünglich aus Boiensdorf. Er war seit 1848 mit der aus Timmendorf gebürtigen Webertochter Catharina Agneta RUST verheiratet. Zusammen mit ihr und der gemeinsamen, neunjährigen Tochter Sophia verließ die kleine Familie am 14. April 1859 an Bord des Dampfers “Bavaria” den Hamburger Hafen mit Ziel New York. Mit an Bord ist auch eine Familie Steinhagen aus Kirchdorf (siehe unten!)

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BUCK, Jochim Peter Christian wurde 1812 in Kirchdorf als Sohn des Büdners und Schneiders Christian Buck geboren. Er wanderte 1839 nach Dänemark aus und ließ sich als Schneider in Kopenhagen nieder. Er heiratete im selben Jahr Anna Kirstine Hansdatter und lebte bis zu seinem Tod 1888 in der dänischen Hauptstadt. Nachkommen dieser Familie leben bis heute in Dänemark.







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BUCHHOLZ, Anna Sophia war eine Tochter des Brandenhusener Tagelöhners Peter Hinrich Buchholz und dessen Ehefrau Anna Maria geb. Strelitz. Sie verließ im Alter von 29 Jahren Deutschland. Am 14. August 1872 startete sie an Bord der "Silesia" von Hamburg mit Ziel New York. Sie war alleinstehend und reiste offenbar ohne weitere Begleitung. 

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BUCHHOLZ, Joachim Heinrich am 5. Juni 1841 in Wangern auf der Insel Poel geboren und einen Tag später, am 6. Juni, in Kirchdorf getauft. Damals wurden die Namen noch ein wenig anders geschrieben. So wurde Joachim Heinrich Buchholz bei seiner Taufe noch Jochim Hinrich Bookholt genannt. Das war nichts anderes als die niederdeutsche Schreibweise seines Namens. Sein Rufname war Joachim. Er war das zweite von neun Kindern und der erste Sohn seiner Eltern. Er hatte eine ältere und fünf jüngere Schwestern (von denen zwei sehr früh starben) und zwei jüngere Brüder, von denen beide nur wenige Tage nach ihrer Geburt starben. Joachim wird bis etwa 1855 die Schule besucht haben. Danach arbeitete er, wie die meisten Menschen auf Poel, in der Landwirtschaft. Von Beruf war er Knecht oder Tagelöhner. Tagelöhner und Landarbeiter besaßen keinen eigenen Besitz und lebten in Tagelöhnerhäuschen oder als Untermieter. Sie waren sehr arm und verdienten sehr wenig Geld. Außerdem gab es damals immer weniger Arbeit, weil auch in der Landwirtschaft durch die fortschreitende Mechanisierung immer weniger Arbeitskräfte benötigt wurden. Das war für viele Menschen in Mecklenburg ein großes Problem. 

Auch Joachim fand auf Poel keine Arbeit und ging auf das Festland. Es ist nicht genau bekannt, wann er die Insel Poel verließ. Es muss irgendwann zwischen 1855 und 1865 gewesen sein. Leider gibt es für diese Zeit keine Aufzeichnungen. 1865 erscheint Joachim als "Knecht" in Alt Farpen. Dieses kleine Dorf auf dem Festland ist etwa 12 Kilometer von Wangern entfernt und der Fußweg dorthin dauert etwa 2,5 Stunden.  Im selben Jahr fasste Joachim den Entschluss, seine Heimat zu verlassen. Mit dieser Entscheidung war er nicht allein, denn zwischen 1850 und 1890 verließen sehr viele arme Mecklenburger ihre Heimat. Es waren etwa 250.000 Menschen, von denen die meisten in die USA auswanderten. Die Gründe für diese Massenauswanderung habe ich bereits erwähnt: die politische Rückständigkeit Mecklenburgs einerseits und die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft andererseits. Trotz sparsamster Lebensweise wäre es Joachim nie möglich gewesen, eigenes Land zu erwerben - der Traum eines jeden Landarbeiters. Er wäre sein Leben lang in sozialer und wirtschaftlicher Abhängigkeit geblieben. Andererseits lockten die fruchtbaren Gebiete Nordamerikas, wo jeder für wenig Geld Herr über seinen eigenen Boden werden konnte. Deshalb kamen die meisten Auswanderer vom Lande und nicht aus den Städten. Um "offiziell" auszuwandern, musste ein Antrag an das mecklenburgische Großherzogliche Innenministerium gestellt werden. Die entsprechenden Unterlagen befinden sich heute im Landeshauptarchiv Schwerin. Nach erfolgreicher Bearbeitung des Antrages wurde ein "Auswanderungskonsens" erteilt oder eine Entlassungsbescheinigung ausgestellt. Auch Joachim musste diesen Antrag stellen, um aus der mecklenburgischen Staatsbürgerschaft entlassen zu werden. Nach Erhalt der Dokumente gab es zwei Möglichkeiten, in die USA auszuwandern. Die eine Möglichkeit war, das Land über Bremerhaven zu verlassen, die andere Möglichkeit war, über Hamburg zu gehen. Joachim entschied sich, wie die meisten Mecklenburger, für die zweite Möglichkeit und reiste zuerst nach Hamburg. Dort hatte sich eine regelrechte Auswandererindustrie entwickelt. Der Hamburger Reeder Albert BALLIN ließ im Hamburger Hafen eine ganze "Stadt" für Auswanderer bauen. Es gab viele Gebäude mit Unterkünften. Synagogen, Kirchen und ein Krankenhaus. Bis zu 5.000 Auswanderer konnten dort bis zu ihrer Abreise untergebracht werden.

Am 8. November 1865 bricht Joachim auf dem Segelschiff „Orpheus“ zu seiner Reise nach New York auf. Er reist als unverheirateter junger Mann im Alter von 24 Jahren. Mit ihm verlassen weitere 21 Menschen aus Alt Farpen ihre Heimat. Für Joachim wird es ein Abschied von seiner alten Heimat für immer sein.  Nach 68 Tagen erreicht Joachim am 15. Januar 1866 New York. Bei seiner Ankunft, bei der er irrtümlich als Johann Bockholz registriert wird, steht das Ziel seiner Reise bereits fest: Wisconsin! 

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BULS, Anna Maria war die älteste Tochter des Kirchdorfer Schneiders Hans Jacob Buls und wurde am Neujahrstag 1838 geboren. Anna wanderte allein 06. August 1862 im Alter von 24 Jahren an Bord des Seglers “Humboldt” Richtung New York aus.

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EVERS, Johann war bei seiner Auswanderung bereits 70 Jahre alt. Ich konnte ihn bisher noch nicht zuordnen. Sein letzter Wohnort vor seiner Abreise war Kirchdorf und als Beruf ist “Landmann” überliefert. Vermutlich war er Witwer und wurde von Verwandten nach Amerika nachgeholt, da er allein reiste. Johann Evers verließ Deutschland am 17. November 1870 an Bord des Dampfers “Cumberland”.

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FANTER, Johann Joachim Wilhelm stammte eigentlich aus Hohen Viecheln, ließ sich später aber auf Poel nieder und heiratete dort die aus Wismar gebürtige Catharina Maria Schmidt. In den folgenden Jahren wurden neun Kinder geboren. Am 11. September 1872 wandern Wilhelm und Maria Fanter - beide fast sechzigjährig und zunächst allein - in die USA aus. Im März 1874 folgt die noch ledige, 24jährige Tochter Sophia ihren Eltern mit dem Dampfschiff “Pommerania” Richtung New York.

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HARDER, August Christian Daniel war Sohn des Bützower Torschreibers Daniel Friedrich Harder. Zunächst noch als Handlungsdiener bei Kaufmann Hellmann in Kirchdorf beschäftigt, heiratet er nach dessen Tod seine Witwe Anna Maria, geb. Steinhagen. Nach vier Jahren Ehe begibt sich Harder am 17. April 1872 an Bord des Dampfschiffes “Thuringia” und verlässt Deutschland Richtung New York. Er schien sich bis mindestens 1907 in den USA aufgehalten zu haben, da er in diesem Jahr noch im Poeler Kirchenbuch als “Rentner in Amerika” bezeichnet wird. Ob er jemals wieder nach Deutschland zurückkehrte und warum er nach nur vier Jahren seine Ehefrau in Deutschland zurückließ, bleibt vorerst unklar. Seine Frau stirbt jedenfalls 1919 als 82-jährige Witwe in Malchow. 

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HARTIG, Jochim Adolph war ein Sohn des Arbeitsmanns Jacob Hartwig, und kam aus Robertsdorf im Kirchspiel Dreveskirchen. Er kam um 1824 nach Poel und heiratete am 12. November 1824 die aus Wangern stammende Anna Maria TROST. Danach verdingte er sich als Knecht in Gollwitz, später als Arbeitsmann und Tagelöhner in Kirchdorf und Kaltenhof. Er wandert mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Kindern 1868 aus und fährt mit dem Segler "Humboldt" von Hamburg nach New York.

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HOLST, Johann Heinrich verdingte sich vor seiner Auswanderung als Tagelöhner auf Poel. Gebürtig aus Stove heiratete er 1860 die Poelerin Anna Sophia EVERT. Das Paar bekam in Folge vier Söhne und wohnte zuletzt in Wangern. Am 2. November 1872 wanderte die Familie mit den vier Söhnen Johann, Friedrich, Johannes und Joachim über Hamburg in die USA aus.

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KOCH, Nicolas Hinrich war der Sohn eines Seedorfer Knechts und bis zu seiner Auswanderung Büdner in Wangern. Irgendwann im Jahr 1853 wanderte Koch mitsamt seiner Frau Catharina Maria, geb. Post aus Wangern, den Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln in die USA aus. Unter den Auswanderern befand sich auch Sophia Schwarz aus Vorwerk, wohl Verlobte von Joachim, dem zweitältesten Sohnes von Nicolas Hinrich Koch. Sie erkrankte während der Überfahrt nach Amerika schwer und starb noch an Bord des Schiffes mitten auf dem Atlantik. Ob das gemeinsame (nichteheliche) Kind der beiden, die 1849 noch in Vorwerk geborene Maria Catharina die Fahrt überstand, ist ungewiss. Nachkommen der Familie Koch leben noch heute in den USA.

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KÜHL, Friedrich Carl war ein Sohn des Kaltenhöfer Amtsknechts Joachim Heinrich Kühl. Friedrich Carl heiratete in erster Ehe Anna Agneta THEGLER und nach deren frühen Tod in zweiter Ehe Anna Agneta Fanter. Nach der Geburt der ersten beiden Kinder wandert die Familie um 1867 in die USA nach Michigan aus. Dort werden noch weitere Kinder geboren. Frederick Keahl, wie er sich später nennt, stirbt 1898 in Detroit, seine Witwe im Jahr 1914.

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LANGE, Hans David war bis 1872 Häusler in Kirchdorf. Am 19. November 1873 verließ er mit seiner Frau Catharina Maria, geb. STAMPE und den drei gemeinsamen Kindern Gustav, Amanda und Hugo, sowie Emma, der vorehelichen Tochter von Catharina Maria über Hamburg Deutschland mit USA. An Bord der "Westphalia" erreichen sie am 6. Dezember 1873 New York.

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LANGE, Hans Hinrich wurde 1831 in Niendorf als Sohn von Arbeitsmann Jochim Hinrich Lange und Margaretha Lucia Dorothea Steinhagen geboren. Hans wanderte am 1. Mai 1858 über Hamburg in die USA, Ziel New York aus. Er schiffte sich auf dem Segler “Donau” ein und verließ 27-jährig und unverheiratet seine alte Heimat.

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LEMBKE, Hans Gabriel war der dritte Sohn aus der zweiten Ehe des Malchower, später Fährdorfer Hausmanns Gabriel Lembke und wurde am 25. September 1789 in Fährdorf geboren. Er wanderte nach Angabe aus der Familie zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Amerika aus. Nähreres zu ihm ist nicht bekannt.

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LÜTH, Johann Heinrich Gustav wurde 1859 als Sohn des Kirchdorfer Einliegers Johann Christoph Lüth und dessen zweiter Frau Catharina Maria Frahm geboren. Er wanderte unverheiratet am 31. Oktober 1883 im Alter von 24 Jahren an Bord des Dampfschiffs “Rugia” in die USA aus.

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MANNEROW, Johann Joachim Franz wurde am 11. September 1858 als nichteheliches Kind eines Kirchdorfer Dienstmädchens geboren. Am 19. Mai 1886 verließ er Deutschland an Bord des Dampfers “Buenos Aires” in Richtung Brasilien. Weiteres über ihn ist nicht bekannt.

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MEYER, Friedrich Wilhelm Der 1839 in Niendorf geborene Sohn eines Schusters verdiente bis 1872 sein Geld als Matrose. 1866 heiratete er Maria Agneta TROST aus Malchow. Im Jahr 1873 wanderte die Familie mit den drei Kindern Heinrich, Joachim. Anna und der neunmonatigen Sophie über Hamburg in die USA, Zielhafen New York aus.

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MOLL, Joachim David war der älteste Sohn des Poeler Arbeitsmanns Jochim Daniel Moll und seiner Ehefrau Anna Agneta Dorothea Steinhagen. Joachim wanderte 23-jährig und unverheiratet an Bord des Segelschiffes “Donau” am 1. Mai 1858 in die USA aus. Er fuhr jedoch nicht allein, sondern zusammen mit der Weitendorfer Familie Steinhagen und den oben erwähnten Hans Hinrich Lange Lange.

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PETERS, Hans David war aus Wangern gebürtig und Sohn des Arbeitsmanns Hans Peters und dessen Frau Anna, geb. Brumby. Verheiratet war Peters mit der Kirchdorferin Maria Lucia STEINHAGEN. Das Paar wanderte am 12. März 1873 mit dem Dampfer “Hammonia” Richtung New York aus. Dabei waren auch die gemeinsamen Kinder Johannes und Hans.

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PETERS, Sophie lebte zuletzt in Fährdorf und wanderte mit ihrer sechsmonatigen, nichtehelichen Tochter am 17. November 1870 über Hamburg nach New York aus. Familiär konnte ich sie bisher noch nicht zuordnen.

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POST, Henriette Caroline Louise wurde 1844 in Fährdorf als Tochter des Tagelöhners Peter Post geboren. Kurz nach ihrer Eheschließung mit dem aus Groß Strömkendorf stammenden Stellmacher Johann Friedrich BRANDT verlässt das junge Paar im Juni 1868 die alte Heimat in Richtung USA. In Hamburg schiffen sich die beiden auf dem Dampfsegler “Allemannia” ein, wie die erhaltenen Passagierlisten belegen. Die “Allemannia” war einer der ersten Dampfsegler, die als Auswandererschiffe die reinen Segelschiffe ablösten. Das Schiff, ein 96 Meter langer und 12,5 Meter breiter, zweimastiger Dampfer wurde am 11. Mai 1865 von der Firma C. A. Day & Co. in Southampton für diie Hamburg-Amerika-Linie fertiggestellt. Das 2.695 Tonnen schwere Schiff startete seine Jungfernfahrt auf der Strecke Hamburg - Southampton - New York am 17. September 1865. Bis zum 5. September 1872 war das Schiff auf dieser Strecke im Einsatz. Die Passagiere hatten die Wahl zwischen drei Klassen. Die erste Klasse war ausgelegt für 60 Passagiere, die zweite Klasse für 100 Passagiere und die dritte Klasse für 600 Passagiere. Zur Besatzung gehörten 90 Seeleute.

Henriette und Johann konnten sich wahrscheinlich nur die dritte Klasse leisten, kamen beide doch aus einfachsten Verhältnissen. Die Bedingungen einer solchen Überfahrt waren denkbar schlecht. Besonders in der dritten Klasse herrschten Enge, Lärm und man musste sich mit den schlimmen hygienischen Zuständen so gut es ging arrangieren. Viele Auswanderer erkrankten während der Überfahrt schwer und mancher erreichte das Land seiner Träume nicht lebend.

Glück für das Paar war es, dass sie die Überfahrt mit einem modernen Dampfsegler machten. Dadurch verkürzte sich die Zeit der Überfahrt im Vergleich zu den reinen Segelschiffen erheblich und so betraten Henriette und Johann Brandt am 17. Juni 1868 amerikanischen Boden. Gleichzeitig verliert sich hier auch die Spur der beiden. Nur einmal noch taucht Henriette in den Poeler Kirchenbüchern als Taufpatin (“Stellmacherfrau in America”) ihrer Poeler Nichte Bertha Mahn im Jahr 1880 auf. Was aus den beiden später wurde, konnte ich bisher noch nicht klären.

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ROAHL, Johann Christoph wurde 1833 in Kirchdorf als jüngster von drei Söhnen des Schmieds Johann Peter Roahl und dessen Ehefrau Catharina Maria Buls geboren. Er erlernt das Tischlerhandwerk und wandert unverheiratet im Alter von 23 Jahren am 16. Juni 1856 an Bord der "Sir Robert Peel" Richtung New York aus. 1895 scheint er noch einmal in der alten Heimat gewesen zu sein, denn in jenem Jahr wird er als "Christoph Rohl" bei der Abreise an Bord der "Lahn" in Bremen Richtung New York erfasst.

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RÖPCKE, Carl Friedrich Johannes Zu ihm ein Bericht von Detlef Zeh aus dem Jahr 2020:

"Schicksal eines vermissten Poelers nach 137 Jahren aufgeklärt: 
Blicken wir in diesen Tagen im Jahre 2020 137 Jahre zurück, befinden wir uns im Jahr 1883. Doch die Geschichte, die ich hier erzählen möchte, beginnt noch um einiges früher. Am 10. Mai 1866 wird Carl Friedrich Johannes Röpcke als drittes von zehn Kindern meiner Ur-Urgroßeltern in Kirchdorf geboren. Sein Vater ist der Matrose und Häusler Johann Röpcke, seine Mutter ist Marie Röpcke, geb. Becker. Sie alle leben gemeinsam mit dem Großvater Carl Becker in der Häuslerei Nr. 24 in der heutigen Poststraße in Kirchdorf. Carl Becker konnte die Häuslerei um 1850 als Tagelöhner erwerben. Die Großmutter, Anna Becker, geb. Jörß, ist, als Carl 1866 geboren wird, bereits seit zwei Jahren tot. Carl geht in Kirchdorf zur Schule und wird Palmsonntag, am 21. März 1880 zusammen mit seinen Mitschülern, 19 Jungen und 19 Mädchen, von Pastor Hempel konfirmiert. Zu diesem Zeitpunkt ist Carl 13 Jahre alt und damit einer der Jüngsten, die die Schule verlassen.

Hinsichtlich des weiteren Lebensweges war auf Grund der Herkunft eine bescheidene Existenz als Tagelöhner, vielleicht als Häusler oder gar als Büdner mit zusätzlichem Erwerb im Fischfang denkbar. Doch bevor es soweit war, war es nicht unüblich auf einem der großen Schiffe erst einmal als Decksjunge anzuheuern, um erste Erfahrungen in der Seefahrt zu machen. Stellte man sich nicht ungeschickt an, konnte man anschließend als Leichtmatrose und später als Matrose fahren und so den Grundstock für die spätere Gründung einer eigenen Familie legen.

Das Letzte, was wir von Carl in unserer Familie wussten war, dass er von Hamburg aus nach Amerika gefahren sein soll. Dies hatte jedenfalls ein Poeler in Kirchdorf erzählt, der ihn dort in Hamburg zuletzt gesehen hatte und wurde von meiner Großmutter, Frieda Schwartz, geb. Röpcke, einer Enkelin von Carls Mutter, überliefert. Frieda Schwartz war übrigens die Mutter der auf Poel vielen noch als Eis-Hanna bekannten Hanna Burmeister. Überliefert wurde auch, dass Carls Mutter bis zu ihrem Tode 1916 tief betrübt war, dass sie nie wieder etwas von ihrem Sohn gehört hatte.

Vor einigen Monaten nun konnte ich Carl Röpckes Verbleib aufklären. Ich hatte das Glück, über eine Ahnenforschungsseite im Internet eine noch lebende Enkelin von Carl Röpcke in New Orleans in den USA ausfindig zu machen, die sich seiner tatsächlich noch erinnert. Mit ihren inzwischen über 80 Jahren erfreut sie sich bester Gesundheit und ich pflege mit ihr seit Monaten einen regen Austausch per E-Mail. Um es vorweg zu nehmen, Carl, der sich dann in den USA Carl Ropke nennt, ist alt geworden. Er starb erst 1959 im gesegneten Alter von 93 Jahren, Pfeife rauchend im Schaukelstuhl in der Veranda seines Hauses in Pensacola in Florida. Viele der folgenden Informationen konnten seine Enkelin aber auch ein Zeitungsartikel des Pensacola Journal vom Februar 1953 beisteuern, in dem Carl bereitwillig Auskunft gab. Er lässt sich dort wie folgt zitieren: „Eines Tages war ich in Hamburg, wo all die Schiffe festgemacht hatten und, wie ein Junge das so macht, stand ich da und bestaunte dieses eine wunderschöne Schiff. Es war die Schonerbark Adda J. Bonner. Ein schon älterer Herr kam an Deck und fragte: „Gefällt Dir mein Schiff?“ und ich antwortete: „Ja, sehr.“ Der ältere Herr war der Kapitän des Schiffes, Judah Berry. Der heuerte ihn als Decksjungen für die bevorstehende Reise nach Baltimore in die USA an. Doch es blieb nicht bei dieser einen Reise. Carl Röpcke brachte es bis zum zweiten Steuermann und segelte unter Berry bis er 21 Jahre alt war, wohl ganz überwiegend im Liniendienst zwischen Baltimore und Rio de Janeiro. Carl berichtete, dass Kapitän Berry wie ein Vater zu ihm gewesen sei und ihn zu einem rechtschaffenden Mann erzogen habe. Die Zeit der Großsegler ging damals dem Ende entgegen. Carl heuerte nun bei der US Küstenwache am Golf von Mexiko an, wurde Maschinist und gelangte so schließlich nach Pensacola, Florida. Der Kapitän seines Küstenwachschutzbootes, M. G. LePoidevin, lud ihn dort eines Tages zu einem Abendessen in sein Haus ein. Und wie das Schicksal so spielt, lernte er dort dessen Tochter Elizabeth kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und schon sechs Monate später am 17.11.1897 läuteten die Hochzeitsglocken. Elizabeth war vier Tage zuvor gerade 17 Jahre alt geworden. Carl zählte immerhin schon 31 Jahre. Bei beiden stellte sich ein reicher Kindersegen ein. Zwischen 1902 und 1920 wurden acht Kinder geboren, drei Söhne und fünf Töchter. Carl selbst verdingte sich nach der Heirat noch zwölf weitere Jahre bei der Küstenwache. Danach, mit 43 Jahren, machte er sich schließlich an Land mit einem Lebensmittelhandel und einer Schlachterei selbständig. Noch bis ins hohe Alter fuhr er Obst und Gemüse persönlich an seine Kunden aus. Er war der „Vegetable Man“ von Pensacola.

Was wir nicht aufklären konnten ist, warum er nie ein Lebenszeichen nach Hause, nach Poel, gesendet hat. War er einfach zu jung, als er fortging? Wollte er sich dem Wehrdienst entziehen? Wir wissen es nicht. Er hat mit seiner Familie in Amerika auch nur sehr wenig über seine Vergangenheit und seine Familie in Deutschland gesprochen. Wohl aber hatte er in den Zeiten der beiden Weltkriege die Sorge, wieder nach Deutschland zurückgeschickt zu werden. US Bürger wurde er erst am 05. November 1942. Zu diesem Zeitpunkt war er immerhin schon 76 Jahre alt. 1947 konnte er mit seiner Elizabeth Goldene Hochzeit feiern. Sie, obgleich 14 Jahre jünger, starb vor ihm im Jahr 1952 im Alter von 71 Jahren.

Dieses Jahr liegt es nun 137 Jahre zurück, dass Carl Röpcke seine Heimat Poel verlassen hat und sein Schicksal hat sich erst jetzt aufgeklärt. Mit seiner Enkelin ist für den Herbst ein Treffen in New Orleans verabredet – sofern Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht."

Foto: Carl und Elizabeth Röpcke anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit 1947.

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SCHWARTZ, Hans war Sohn des Vorwerker Büdners Hans Jochim Schwarz und wurde 1810 geboren. er war Arbeitsmann in Vorwerk, bevor er mit seiner Familie um 1853 in die USA auswanderte. Seine Tochter Lucia (angl. Lucie Swartz) war später mit dem ebenfalls deutschstämmigen William Ebeling verheiratet.

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SCHWARTZ, Karl Konrad Jacob war das achte von neun Kindern des Kirchdorfer Häuslers und Arbeitsmanns Peter Heinrich Schwarz und dessen Frau Anna Agneta Beuts (Beutz). Im Jahr 1900 war Karl Kellnerlehrling in Wismar und wanderte später in die USA aus. Um 1930 lebte er im New Yorker Stadtteil Manhattan. Karl starb 1965 in Omaha. Verheiratet war Karl Schwarz mit Mary Pauline Kaufhold.

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Mobirise

SOMMER, Ernst Friedrich Franz wurde am 14. März 1861 in Gollwitz auf Poel geboren. Seine Eltern waren der Tagelöhner Hans Peter Heinrich Sommer und dessen zweite Frau Anna Agneta Schoof. Ernst hatte aus den beiden Ehen seines Vaters noch sieben Brüder bzw. Halbbrüder. Seine mütterlichen Vorfahren lassen sich auf Poel bis in die 1680er Jahre nachweisen. Ernst erlernte das Bäckerhandwerk und arbeitete um 1882 als Bäckergeselle in Hamburg, bevor er ein Jahr später in die USA auswanderte. Hier ließ er sich in Akron, Ohio nieder und heiratete 1885 die ebenfalls aus Deutschland stammende Dorothea Henrietta Hansen. Das Paar bekam in den folgenden Jahren sechs Kinder, bevor Dorothea 1903 im Alter von nur 39 Jahren starb. Ernst Sommer eröffnete 1893 in seinem Heimatort Akron seine eigene Bäckerei mit angeschlossenem Geschäft. 1907 heiratete er in zweiter Ehe die ebenfalls aus Deutschland stammende Augusta Kuss. Das Paar bekam vier Kinder. Sommers Mutter, Anna Agneta folgte ihrem Sohn als Witwe später ebenfalls in die USA. Ernst Sommer starb 1952 im hohen Alter von 90 Jahren in Stow, Ohio. Er hinterließ 25 Enkel und 38 Urenkel. Einige seiner Nachkommen hielten noch bis in jüngste Zeit Kontakt zur Poeler Verwandtschaft.

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STAMPE, Johann Joachim wurde 1827 in Weitendorf als Sohn des Büdners und Webers Hans Hinrich Stampe und desen Ehefrau Anna Agneta Steinhagen geboren. Er wandert zu einem bisher nicht bekannten Zeitpunkt in die USA aus, wo er 1875 eine Catherine Troyer heiratet und sich als Farmer niederlässt. Seine vier Kinder bescheren ihm eine reiche Nachommenschaft und das Geschlecht blüht bis heute in den USA. 

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STEINHAGEN, Anna Agneta war ein unverheiratetes Dienstmädchen aus Kirchdorf. Geboren wurde sie 1832 in Malchow. Sie wanderte mit ihren beiden nichtehelichen Söhnen Ernst und Heinrich am 6. November 1866 über Hamburg nach Amerika aus. Begleitet wurde sie von einer 43jährigen Maria Steinhagen. Ihr verwandtschaftliches Verhältnis zueinander ist bisher ungeklärt.

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STEINHAGEN, Friedrich Wilhelm Karl war ein Sohn des Vorwerker Erbpächters und Distrikt-Schulzen Joachim Peter Steinhagen und dessen Frau Emma, geb. Franck. Sein vier Jahre älterer Bruder Hans erbte später den Vorwerker Besitz des Vaters und wurde in Folge einer der größten Poeler Grundbesitzer bzw. -pächter. Friedrich, als zweitgeborener Sohn wanderte um die Jahrhundertwende in das damalige Deutsch-Ostafrika aus und ließ sich dort (vor 1905) in Samanga, Distrikt Kilwa als Baumwollpflanzer nieder. Viel ist über Friedrich Steinhagen nicht überliefert. Er führte seine Baumwollplantage mit großer Brutalität und erreichte somit traurige regionale Berühmtheit, da er mit dem Einsatz von Bambusstock und Nilpferdpeitsche nicht sparte. Am 1. August 1905 begann mit dem Überfall auf Samanga der Maji-Maji-Aufstand bzw. -krieg, eine Erhebung der afrikanischen Bevölkerung gegen die Kolonialherrschaft. Samanga wurde von den einheimischen Aufständischen niedergebrannt, Steinhagen geriet in die Kämpfe und konnte nur mit militärischer Hilfe aus seiner ausweglosen Situation befreut werden. Friedrich Steinhagen starb 1912 unverheiratet im Alter von 33 Jahren vermutlich in Samanga.

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STEINHAGEN, Hans Jacob war bis zu seiner Auswanderung Büdner und Matrose in Weitendorf. Er war ein Sohn des Weitendorfer Büdners David Steinhagen und dessen Frau Anna, geb. Dühnfahr. Hans Steinhagen wanderte mit seiner Frau Anna Sophia, geb. STEINHAGEN und den beiden gemeinsamen Töchtern Sophia und Maria am 1. Mai 1858 mit dem Segelschiff “Donau” Richtung New York aus. Mit an Bord waren Joachim David Moll und Hans Hinrich Lange. 

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STEINHAGEN, Johann Heinrich war der Sohn eines unverheirateten Dienstmädchens und wurde 1847 in Gollwitz geboren. Johann wanderte mit 35 Jahren am 29. Oktober 1882 mit dem Dampfer “Lessing” über Hamburg nach Amerika aus.

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STEINHAGEN, Johann Joachim wurde 1815 in Seedorf geboren und war mit der aus Göhren, Kirchspiel Pampow stammenden Sophia Lahmann verheiratet. Er verdingte sich bis zu seiner Auswanderung als Knecht, Arbeitsmann und Brothändler, bevor er mit der aus Wangern stammenden Familie Brüsehafer am 14. April 1859 gemeinsam auswanderte. Die Steinhagens nahmen ihre vier Kinder Carl, Wilhelm, Maria und Sophie mit.

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STEINHAGEN, Johann Carl wurde 1832 in Kirchdorf geboren und lebte bis zu seiner Auswanderung als Häusler in Kirchdorf. Er heiratete 1864 die Strömkendorfer Schäfertochter Dorothea Maria Henrica Zander und hatte mit ihr drei Kinder. Als er am 3. Oktober an Bord der "Teutonia" von Hamburg aufbricht, sind neben seiner Frau nur die beiden Kinder allerdings nur die beiden Kinder Johanna und Marie mit an Bord. Warum die erstgeborene Tochter Sophie auf Poel bleibt, ist unklar.

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Mobirise

STEINHAGEN, Paul Friedrich war das vierte Kind (*1848) des Gollwitzer Erbpächters und Schulzen Joachim Heinrich Steinhagen und dessen Frau Anna Maria Haland. Er wanderte 1878 in die USA aus und betrieb als Kaufmann in San Franzisco zunächst erfolgreich Handel mit Getreide, Wolle und Lebensmitteln, was ihm großen Wohlstand einbrachte. Zum Ende des Jahrhunderts schienen seine Geschäfte dann weniger gut zu laufen. Er verfiel dem Alkohol und wurde depressiv.
Tragisch endete sein Leben im Jahr 1901. Am 20.April wurde Paul Steinhagen tot in seinen Büroräumen in der Davis Street aufgefunden. Er hatte die Gashähne aufgedreht und nahm sich so das Leben. Ob Paul Steinhagen auch eine Familie hatte, ist bisher nicht bekannt.


Links: Meldung über Paul Steinhagens Tod aus der in San Franzisco seinerzeit erschienenen Zeitung “The Call” vom 22. April 1901

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STEINHAGEN, Theodor Andreas war das siebte Kind des Neuhöfer Besitzers Hans Jacob Steinhagen, genannt “Hans von Baben”. Er wanderte mit 24 Jahren am 8. Mai 1869 Richtung New York in die USA aus.

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SUSEMIHL, Ludwig war der Sohn des Poeler Pastors Diederich Christian Susemihl und wurde 1802 in Kirchdorf geboren. Ludwig war um 1845 Pfarracker-Pächter in Kirchdorf und heiratete im selben Jahr ebd. die aus Plüschow stammende Wilhelmine Peters. Das Paar wanderte um 1853/54 mit der gemeinsamen Tochter Wilhelmine in die USA aus. Ludwig Susemihl starb 1884 in Springwells, Michigan, seine Witwe 1898.

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TROST, Friedrich Gustav, geboren 1855 als Sohn des Kirchdorfer Häuslers Joachim Hinrich Trost und der Maria Dorothea Harder war ein junger Seemann, als er am 26. April 1873 mit dem Dampfer “Vandalia” in Richtung New York aufbrach. Ob er nur als Seemann mitfuhr oder tatsächlich auswanderte, ist noch unklar.

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TROST, Joachim und Maria, geb. Harder waren die Eltern des vorigen und Schwiegereltern von Friedrich Wilhelm Meyer (siehe oben). Sie folgen offenbar ihren Familienangehörigen und wandern an Bord des Dampfers “Frisia” am 3. Mai 1876 Richtung New York aus.

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TURLOFF, Ernst Heinrich Friedrich wurde 1898 in Kirchdorf geboren und reiste am 21. August 1923  an Bord der "Resolute" Richtung USA aus.

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WAACK, Hans Carl wurde 1831 in Niendorf geboren und seit 1858 mit der von auswärts stammenden Böttchertochter Sophia Maria Elisabeth Weiss verheirat. Bis zu seiner Auswanderung arbeitete er als Matrose in Kirchdorf. Am 15. August 1864 verlässt er Deutschland an Bord der "Oder" mit seiner Frau und den drei auf Poel geborenen Kindern Johanna, Auguste und Ernst.  Hans Waack war nicht bzw. nicht näher mit den nachfolgenden Brüdern Waack verwandt.

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WAACK, Karl und Wilhelm waren zwei Fährdorfer Brüder, die 1887 bzw. 1888 in die USA auswanderten und sich in San Francisco niederließen. Die Eltern der beiden waren der Fährdorfer Bootsbauer und Zimmermann Hans Heinrich Waack und seine Frau Anna Agneta, geb. Schabbelt. Karl (geb. 11. Oktober 1866) fuhr nach seinem Wehrdienst auf einem Handelsschiff, erreichte San Francisco mit 21 Jahren und ließ sich dort nieder. Sein Bruder Wilhelm (geb. 12. März 1868) folgte ihm ein Jahr später. Die Brüder Waack arbeiteten sich im Laufe der Jahre von einfachen Schiffsjungen zu Schiffseignern hoch. So besaß Charles, wie sich Karl nun nannte die Schute “Charles W.” und Bruder William die “James McKenna”. Beide beförderten mit ihren Schuten Heu, Früchte, Sand und Schotter und galten als ausgezeichnete Arbeiter und gute Navigatoren. Charles Waack wurde von Zeitgenossen als geselliger und beliebter Mann beschrieben. Er war Mitglied in einem Gesangsverein und gemeinsam mit Bruder William Mitglied im Norddeutschen Verein San Francisco. Charles Waack starb am 4. Januar 1954 im Alter von 87 Jahren. Bruder William starb nur wenige Tage später, am 13. Januar 1954 im Alter von 85 Jahren. Die Brüder Waack wurden auf dem Cypress Lawn Memorial Park - Friedhof in Colma, San Mateo County bei San Francisco begraben.

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ZARRS, Johann Friedrich Christoph war Arbeitsmann und zuletzt Häusler in Kirchdorf, bevor er im April 1868 mit seiner zweiten Frau Sophia, geb. Bölte und den Kindern dieser Ehe Sophie, Bertha, Ernst, Ida und Liasette in die USA auswanderte. In erster Ehe war Zarrs mit der Poelerin Lucia Dorothea Krull verheiratet. Nachkommen leben noch heute in den Vereinigten Staaten.

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