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Brandenhusen

Das kleine Dorf Brandenhusen liegt abgelegen im Südwesten der Insel am Faulen See. Es ist nach Seedorf das kleinste Dorf der Insel - knapp 30 Menschen leben hier. Gegründet wurde Brandenhusen wie die meisten Poeler Dörfer im 13. Jahrhundert, als sogenannte Lokatoren im Auftrag des mecklenburgischen Fürsten Heinrich Borwin Kolonisten warben, um sie auf Poel anzusiedeln. Möglicherweise war ein Ritter namens Heinrich von Brandenhusen jener Lokator und auch Namensgeber des Dorfes. Er wird im Jahr 1254 erstmals erwähnt; zu dieser Zeit übte er die Grund-herrschaft (!) über Brandenhusen und Seedorf aus. Im Jahr 1311 verkauft Konrad von Dotenberg - Erbe und mutmaßlicher Schwiegersohn des Heinrich von Brandenhusen die beiden Dörfer an das Heilig-Geist-Hospital (HGH) zu Lübeck. Somit gehörte Brandenhusen neben Seedorf, Weitendorf und Wangern für die nächsten Jahrhunderte zu den sogenannten “Lübischen Dörfern” und nahm mit diesen eine besondere Entwicklung. So wurde Brandenhusen - wie die drei anderen “Lübischen Dörfer” auch - vom HGH verwaltet. Der von diesem jeweils eingesetzte Vogt leistete gemeinsam mit seinem Schreiber die eigentlich anfallende Verwaltungsarbeit. So bereisten der Vogt und sein Schreiber mindestens einmal jährlich die Besitzungen des HGH auf Poel und hielten vor Ort Gericht. Als Vorsitzender des Vogteigerichts in Lübeck gab er auch die nötige Zustimmung, den “Consenz” zu allen Besitzveränderungen der Bauern, während der Schreiber die jeweiligen Protokolle und andere anfallende schriftliche Angelegenheiten erstellte. Die Verwaltung durch das HGH endete erst 1802, als die “Lübischen Dörfer” wieder unter mecklenburgische Verwaltung kamen. 

Die Verwaltungsarbeit vor Ort erledigte der Oberschulze, welcher vom HGH eingesetzt und auch in Lübeck vereidigt wurde. Seinen Sitz hatte der Oberschulze über Jahrhunderte in Brandenhusen. Er erhielt seine Anweisungen aus Lübeck und musste auch regelmäßig Bericht dorthin erstatten. Als Lokalverwalter übte der Oberschulze die niedere Gerichtsbarkeit aus und wurde bei schwerwiegenderen Vergehen, welche die hohe Gerichtsbarkeit betrafen, als Beisitzer hinzugezogen. Das Amt des Oberschulzen der lübischen Dörfer wurde über viele Generationen von Vertretern der Brandenhusener Familie Evers ausgeübt. Die Evers waren nach bisherigen Kenntnisstand seit mindestens 1539 in Brandenhusen ansässig.

Rechts: die Brandenhusener Höfe I und II nach der Separation der Feldmarken. Hof I lag ursprünglich westlich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hof II. Südöstlich des ehemaligen Oberschulzengehöftes, in Sicht-weite des Brandenhusener Hakens liegt der “Köppenbarg”, in der Grafik durch den Galgen symbolisiert. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich hier um eine von zwei ehe-malige Richtstätten der Insel Poel. Mehrere Hinrichtungen an dieser Stelle sind durch Quellen bisher belegt: So starben hier 1692 Hans Stolte und 1699 Lucie Bernitt einen qualvollen Feuertod auf dem Scheiterhaufen. Ein weiterer Fall ereignete sich im Jahr 1756: Am 27. April ”... ist Anna Ilsche Parlbargen, welche ihr uneheliches mit Clas Steinhagen erzeugtes Kind gleich nach der Geburt umgebracht und bey Wangern inß Waßer geworfen, alzuweit Branhusen allhier mit dem Schwerdt gerichtet ...”    

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Die Rekonstruktion der Hoffolgen ist oftmals sehr schwierig. Oft fehlen wichtige Daten, die eine korrekte Zuordnung erschweren oder gar unmöglich machen. Das gilt insbesondere für die frühen Generationen. Ein Beispiel: Oft übernahm der Hoferbe, in der Regel der älteste Sohn, den elterlichen Hof zum Zeitpunkt der eigenen Eheschließung und die Eltern gingen auf das Altenteil. Aber das galt bei weitem nicht immer. Eignete sich der älteste Sohn nicht für eine Hofübernahme, weil er krank war, sich charakterlich nicht eignete oder nicht heiratete, so konnte der Hof auch von einem jüngeren Sohn übernommen werden. Gab es keine Söhne, erbte in der Regel die älteste Tochter. Aber auch hier gab es durchaus Abweichungen von der Regel. So erbte den Hof unter Umständen auch der älteste Sohn aus einer zweiten Ehe des Vaters oder der Interimswirt blieb aus irgendwelchen Gründen auf dem Hof und dessen Familie führte den Hof über die nächsten Generationen weiter. Auch wenn ein Hof verkauft wurde, lässt sich das Jahr des Verkaufs nicht immer genau bestimmen. Die nachfolgenden Hoffolgen sind daher nur als ein Versuch der Rekonstruktion zu betrachten. Gern nehme ich hier aber Ergänzungen und Korrekturen entgegen! Wenn Du hier etwas beitragen kannst, nutze einfach das Kontaktformular!

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Hoffolge der Brandenhusener Hofstelle I  (Lübische Oberschulzenstelle, Hufe I)

NameZeitBemerkungen
Claus
Evers
1565-1599Die Evers waren in Brandenhusen seit mindestens 1539 ansässig. In diesem Jahr wird Claus, der erste in Brandenhusen nachweisbare Evers ebendort geboren. Er wird bis 1599 mehrfach in diesen Steuerlisten erwähnt. Im Jahr 1579 wird sein Alter mit 40 Jahren angegeben und dass er „dort“, also in Brandenhusen geboren sei.
Hinrich
Evers
ca. 1600-1656?→ Mutmaßlicher Sohn des vorigen
Erwähnt wird er in einem Aktenstück des Stadtarchivs Lübeck. Dort heißt es über ihm: „…40-jähriger Oberschulz zu Brandenhusen, auf der Insel Pöle, Lübeckischen Distrikts, Efr. Lucia Randau, Matthias Pred. Zu Kirchdorf auf Pöle“. Diese Quelle verrät uns neben Hinrichs Amt und ungefähre Amtsdauer auch den Namen seiner Ehefrau. Sie hieß Lucia und war die Tochter des Poeler Pastors Matthias Randow. Selbiger war von 1597 bis 1631 Pastor der Insel und hatte außer seiner Tochter Lucia noch einen Sohn Johannes, der um 1600 geboren wurde und 1631 das Amt des Predigers vom Vater übernahm. Diese Angaben lassen die Schätzung zu, dass Hinrich Evers etwa um 1580/90 geboren sein mag. Er ist somit auch der erste Evers, der in den Quellen gesichert als Oberschulze der „Lübischen Dörfer“ benannt wird. Hinrich Evers hatte zwei bekannte Söhne mit Namen Peter und David. Ab Hinrich wurde das Oberschulzenamt nachweislich über Jahrhunderte in der Familie vom Vater an den (ältesten) Sohn „vererbt“. Vielleicht war aber auch schon Hinrichs Vater Claus Oberschulze, denn die Brandenhusener Hofstelle, auf der er saß, war stets mit dem Oberschulzenamt verbunden.
Peter
Evers
1656-
1690
→ Sohn des vorigen
Peter Evers „von Branhusen“ wurde vermutlich um 1630 in Brandenhusen geboren und übernimmt von seinem Vater neben dem Hof auch das Amt des Oberschulzen. Er war also der nachweislich zweite „Lübische“ Oberschulze aus der Familie Evers. In der Poeler Inselkirche hängt noch heute ein sechzehnarmiger, aus Messing gefertigter Kronleuchter, den Peter Evers im Jahr 1656 der Kirchengemeinde stiftete. Er starb vermutlich um 1694. Verheiratet war er mit Maria Lembke, die im Mai 1709 bei ihrem Sohn, bzw. Peters Bruder Asmus in Wangern starb.
Peter
Evers
1690-1709→ Sohn des vorigen
Peter Evers wird wohl um 1670 in Brandenhusen geboren. Er heiratet um 1690 Margarethe Steinhagen, deren familiäre Herkunft nicht mehr rekonstruierbar ist. Das Paar bekommt mindestens fünf Kinder, von denen Sohn Peter (* um 1700) später den Hof und das Oberschulzenamt übernehmen wird. Er tritt als Oberschulze u. a. auch beim Hexenprozeß gegen die Poeler Einwohnerin Lucie Bernitt als Beisitzer in Erscheinung. Er ist verantwortlich für deren Festsetzung in Brandenhusen, wohnt den Verhören bei und befragt die Angeklagte auch selbst. Der Prozeß und die Urteilsverkündung fanden unter freiem Himmel vor seinem Gehöft, die Hinrichtung in unmittelbare Nähe seines Gehöftes statt. Peter Evers stirbt vor 1709. Seine Witwe heiratet 1710 Jochim Schröder. 
Jochim
Schröder
1710-1716→ Interimswirt
Jochim Schröder heiratet am 30. Oktober 1710 „des sehl. Peter Evers gewesenen Oberschulzens zu Branhusen nach-gelaßene Witwe“ und wird durch seine Heirat Interimswirt und für seine Zeit als Interimswirt auch Oberschulze der Lübischen Dörfer. Er stirbt im Mai 1716 in Brandenhusen und wird am 24. Mai in Kirchdorf beerdigt. Seine Witwe Margaretha überlebt ihn um über 20 Jahre und stirbt 1739 in Brandenhusen. Ob Schröder als Interimswirt des Hofes auch das Oberschulzenamt übernahm, ist unklar - in den Quellen findet sich hierzu nichts. Für die Jahre 1713 und 1714 ist zudem der Seedorfer Hausmann Claus Winter als Oberschulze der Lübischen Dörfer belegt, denn er wird in einigen Kirchenbuch-einträgen ausdrücklich als solcher bezeichnet! Winter starb im August 1714. Dadurch ergibt sich eine Lücke in der Folge der Oberschulzen, denn für die Zeit von 1714 bis etwa 1721 kann Peter jr. das Amt noch nicht ausgeübt haben, da er noch zu jung und zudem unverheiratet war. Auch geben die Poeler Kirchenbücher, die sich für jene Zeit äußerst inhaltsreich darbieten, keinerlei Hinweise darauf, wer das Oberschulzenamt in der fraglichen Zeit ausgeübt haben könnte. Von 1721 bis 1725 ist Asmus Evers aus Wangern, der jüngere Bruder des verstorbenen Amtsvorgängers und Onkel des künftigen Oberschulzen aus Wangern als Oberschulze belegt. Warum er dies noch bis 1725 bleibt, ist unklar.
Peter
Evers
1726-1744→ Sohn von Peter Evers, Stiefsohn von Jochim Schröder
Peter Evers wird um 1700 in Brandenhusen geboren (die Poeler Kirchenbücher beginnen erst 1709!). Er heiratet vor 1722 eine Anna Maria (Familienname unbekannt) und übt das Oberschulzenamt ab 1726 aus. Mit seiner Frau hat er 12 Kinder. Als Peter aber 1744 im besten Mannesalter stirbt, ist das Amt des Oberschulzen erneut vakant, denn Peters ältester Sohn starb schon 1731 als Kind und seine beiden weiteren hinterlassenen Söhne sind noch minderjährig. Seine Witwe heiratet 1745 Georg Friedrich Göttsche, der dadurch Interimswirt auf Hof I wird.
Georg Friedrich
Göttsche
1745-1760→ Interimswirt
Peters Witwe heiratet am 23. Juli 1745 Georg Friedrich Göttsche und versucht dadurch, der Familie das Oberschulzenamt und die damit verbundenen Privilegien zu erhalten. Denn der Vogt des Heiligen-Geist-Hospitals hatte inzwischen - gegen den Willen der Lübischen Bauern - den Weitendorfer Hans Wegener als Oberschulzen eingesetzt, der das Amt für die folgenden 10 Jahre ausübte. Als er am 10. April 1745 vereidigt wird, legt er folgenden Eid ab, der so oder in ähnlicher Form auch für seine Vorgänger und Nachfolger gegolten haben dürfte: "Ich schwöre zu Gott dem Allmächtigen einen körperlichen Eid, daß ich E. E. Rath der Stadt Lübeck und Vorstehern des Hospitals zum Heiligen Geist getreu, hold und gehorsam seyn und das mir aufgetragene Amt eines Oberschulzen auf den Dorfschaften Lübischen Antheils auf Pöhl mit aller Treue und Redlichkeit verwalten, was mir vom Voigt und Schreiber auf E. H. Vorsteher Befehl und in deren Namen auferleget wird, gehorsamblich ausrichten, der Dorfschaften Schaden nach Möglichkeit abwenden, und von allen schädlichen Vorfällen in Zeiten berichten will. So wahr ... iuravit Hans Wegener 10. April 1745."  Georg Friedrich Göttsche stirbt Ende Juli 1786 und wird am 2. August in Kirchdorf beerdigt. Das Kirchenbuch schreibt zu ihm:  ,,der Lubekische Oberschulz und Kirchen Vorsteher Georg Friederich Göttsche zu Branhusen – 74 Jar“ Seine Witwe starb bereits 1765.
Jochim Hinrich Evers1760-1792→ Sohn von Peter Evers, Stiefsohn von Georg Friedrich Göttsche
Jochim Hinrich Evers wurde im April 1734 in Brandenhusen geboren und am 30. April in der Poeler Kirche getauft. Am 13. November 1760 heiratet er Anna Maria Wegener (* 1736), eine Tochter des Weitendorfer Hausmanns Hans Wegener - dessen gleichnamiger Sohn war der Schwiegervater von Peter Evers (* 1765), der später den Hof übernehmen wird. Jochim Hinrich Evers geht nach der Hofübernahme durch seinen Sohn auf das Altenteil und stirbt in Brandenhusen am 14. Dezember 1807 mit 73 Jahren. Er war der sechste Oberschulze aus der Familie Evers. Seine Ehefrau Anna Maria Wegener war interessanterweise eine Tochter jenes Hans Wegener, der 15 Jahre zuvor als Oberschulze eingesetzt wurde! Auch Jochim Hinrichs ältere Schwester heiratete, und zwar 1750 Detlof Göttsche, den Bruder ihres Stiefvaters! Wann Jochim Hinrich Oberschulze wurde, ist nicht ganz klar. Wenn man der damaligen Tradition folgt, übernahm der Sohn den väterlichen Hof erst nach seiner eigenen Heirat. Doch gab es auch oft genug Abweichungen von dieser Praxis, wie die Quellen belegen. Mit seiner Frau hatte Jochim Hinrich fünf Kinder, die ihn alle überlebten. Darunter auch Peter (* 1765), der später der siebte und letzte Lübische Oberschulze aus der Familie Evers werden sollte. Zu Jochim Hinrich Evers´ Zeit wurde der Brandenhusener Hofstelle I auch der Acker der Weitendorfer Hofstelle II zugelegt. 
Peter
Evers
1792-1809→ Sohn des vorigen
Peter Evers wurde Anfang Januar 1765 auf dem elterlichen Hof in Brandenhusen geboren umd am 8. Januar in der Poeler Kirche getauft. Am 13. Januar 1792 heiratet er seine Cousine Anna Agneta Wegener, eine Tochter des Hausmanns Hans Wegener aus dem benachbarten Weitendorf. Vermutlich im selben Jahr übernimmt er auch den Hof und als letzter auch das Oberschulzenamt für die "Lübischen Dörfer" und wirtschaftet bis zu seinem frühen Tod am 18. Juni 1809. Gut ein Jahr später heiratet seine Witwe den aus Wangern stammenden und 16 Jahre jüngeren Hans Daniel Evers. Diese zweite Ehe bleibt kinderlos. Anna Agneta Wegener, verwitwete Evers und wiederverheiratete Evers stirbt einige Jahre vor ihrem zweiten Ehemann am 25. Januar 1822 mit 53 Jahren. Vermutlich nach seiner Heirat übernimmt Sohn Joachim Heinrich aus erster Ehe den Hof um 1820. In Peter Evers´ Lebenszeit fällt auch ein wichtiges politisches Ereignis, dass er wenige Jahre vor seinem Tod noch miterlebte. Denn 1803 kam der schwedische Teil der Insel durch den Pfandvertrag von Malmö wieder an Mecklenburg. Auch die "Lübischen Dörfer" wurden der Insel wieder verwaltungstechnisch zugeordnet. Somit war das Amt des Oberschulzen für diese Dörfer obsolet geworden und verschwand vermutlich um das Jahr 1806. Das Oberschulzenamt bestand aber für die ganze Insel weiter, wurde aber nicht mehr von den Brandenhusener Evers ausgeübt. Endgültig verschwand das (Ober-)Schulzenamt erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 
Hans Daniel
Evers
1810-1832→ Interimswirt
Hans Daniel Evers wurde am 26. November 1784 in Wangern als Sohn des Hauswirts Andreas Evers und dessen Ehefrau Anna Maria geb. Steinhagen geboren.  Am 17. August 1810 heiratet er die Witwe von Peter Evers und wird Interimswirt auf Hof I. Hans Daniel Evers Er war weitläufig mit seiner Ehefrau verwandt, denn die Wangernschen Evers-Linie war eine Seitenlinie der Brandenhusener Stammlinie - Peter Evers, der einst der Poeler Kirche den Messingleuchter stiftete, war Hans Daniels Ur-Ur-Urgroßvater. Hans Daniel Evers hatte keine eigenen Nachkommen und als sein gerade einmal acht Jahre jüngerer Stiefsohn um 1820 den Hof übernimmt, geht er auf das Altenteil. Am 16. August 1837 stirbt Hans Daniel Evers 52-jährig durch eigene Hand. Im Kirchenbuch steht über ihn:  ,,litt seit einigen Monaten an einer Geisteskrankheit, begab sich daher zu seiner Schwester, der Ehefrau des Lootsen David Steinhagen in Timmendorf, hier erschoß er sich im Anfalle seiner Schwermuth“.
Joachim Heinrich Evers1832-1862→ Sohn von Peter Evers, Stiefsohn von Hans Daniel Evers
Joachim Heinrich Evers wurde am 4. April 1792 in Brandenhusen geboren. Am 14. Juli 1820 heiratet er seine Cousine Anna Maria Steinhagen, eine Tochter des Gollwitzer Hausmanns David Steinhagen und dessen Ehefrau Anna Maria Evers, die ihrerseits eine Tochter von Peter Evers (1765-1809) von Hof I in Brandenhusen war. Vermutlich von 1820 bis 1862 bewirtschaftet Joachim Heinrich Evers Hof I. als Hausmann und Schulze. Am 22. Juni 1862 nimmt er sich 70-jährig das Leben. Er ,,hat sich in Schwermuth erhenkt und ward in der Stille begraben” Seine Witwe stirbt am 26. Juli 1880 in Brandenhusen an Altersschwäche. Zu Joachim Heinrich Evers´ Zeiten geschahen weitere einschneidende Ereignisse. Denn als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Mecklenburgischen Behörden versuchte, die alten Gewohnheitsrechte der Lübischen Bauern aufzuheben und em restlichen Land anzugleichen, verteidigten diese ihre Rechte und erreichten letztlich im Jahr 1877 die Anerkennung als freie Hofeigentümer. Die Bauern im ehemaligen schwedischen Teil der Insel wurden hingegen Erbpächter.
Ernst 
Evers
1865-1889→ Sohn des vorigen
Ernst August Evers war das jüngste Kind und der einzige (überlebende) Sohn des Vorbesitzers Joachim Heinrich Evers und dessen Frau Anna Maria, geb. Steinhagen.  Nach dem Tod seines Vaters bewirtschaftet Ernst Evers den Hof, den seine Mutter offiziell noch bis 1868 in Pacht hat. In jenem Jahr wird Ernst Evers als Hofbesitzer und Schulze auch rechtlich anerkannt. Um 1865 heiratet Ernst Evers Wilhelmine (Mine) Maria Agneta Wegener, eine Tochter seines Brandenhusener Hofnachbarn Hans Wegener von Hof II. Sie wurde am 12. Oktober 1838 in Brandenhusen geboren. Das Paar bekommt in Folge elf Kinder, von denen acht das Erwachsenenalter erreichen. Im Jahr 1889 verkauft Ernst Evers seinen Hof und setzt sich in Kirchdorf zur Ruhe. Dort stirbt er am 5. Februar 1907 im Alter von 67 Jahren.  Seine Witwe verzieht später nach Lübeck und lebt dort bis zu ihrem Tod am 26. April 1913 bei ihrer Tochter Maria, die dort seit 1899 mit dem Maschinisten Jochim Heinrich Wilhelm Tietgen verheiratet war. Auch die anderen Kinder verzogen von Poel: Meta (* 1867), die älteste Tochter, heiratet 1911 in Berlin den Monteur Hermann August Cedrich, Sohn Hans (* 1868) wird Kaufmann in Schwerin, Sohn Friedrich(* 1871) wird Kaufmann in der Gegend von Danzig und Sohn Paul (* 1875) wird Bäcker in Wismar. Was aus der jüngsten Tochter Ina (* 1881) wurde, ließ sich bisher nicht klären. Ernst war der letzte Evers und auch der letzte Einheimische auf Hof I. Mit seinem Tod erlosch der Brandenhusener Zweig der Poeler Familie Evers. 
Pauline
Paetow, geb. Russow
1889-1915→ kam von auswärts
Pauline Sophia Heinrica Caroline Paetow war eine Tochter des Teterower Ackerbürgers Johann Carl Heinrich Russow. Sie wurde am 27. Dezember 1839 ebenda geboren. Am 19. Juni 1862 heiratet sie in Hohen Wangelin den dortigen Pächter Karl Christian Friedrich Paetow. Er wurde am 14. September 1839 geboren und war ein Sohn des Pächters und Inspektors Ludwig Ehrenreich Christian Paetow zu Göldenitzer Werder, Rabenhorst u. Neukloster und dessen Ehefrau Elise Henriette Julianne, geb. Paetow. Ab etwa 1879 ist Karl Paetow Glasfabrikant zur Alt-Schweriner Glashütte. 1889 kauft Pauline Paetow Hof I von Ernst Evers und zieht mit ihrem Mann nach Brandenhusen. Dort werden dem Paar auch zwei Kinder geboren. Karl Paetow stirbt am 8. Oktober 1898 in Brandenhusen und wird vier Tage später in Teterow beigesetzt. Nach seinem Tod wird Schwiegersohn Hans Hugo Alexander Max Koch Verwalter des Hofes und bleibt dies bis 1915. Nach dem Verkauf des Hofes zieht Witwe Paetow mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkindern nach Wismar. Ihr Schwiegersohn Hans Hugo Koch stirbt am 14. Juni 1940 in Rostock.
Hans-Wolfgang Richter1915-1917→ aus Berlin
Hans Erwin Wolfgang Hermann Richter wurde am 27. Februar 1888 in Berlin als Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Richter, des Generaldirektors der Vereinigten Königs- und Laurahütte AG (einem der bedeutendsten montanindustriellen Unternehmen seiner Zeit mit mehr als 21.000 Beschäftigten) und dessen Ehefrau Elisabeth Mathilde Caroline geb. Brockmann geboren. Am 26. Juni 1917 heiratet er die aus dem ostpreußischen stammende Pensionsinhaberin Emilie Charlotte Gensowski, eine Tochter des Landwirts Mathias Gensowski und dessen Ehefrau Justine geb. Samowitz. Richter kauft Hof I im September 1915 von Pauline Paetow für 330.000 Mark.
Heinrich Fischer1917-1918→ aus Brunshaupten
Heinrich Christian Wilhelm Fischer wurde am 27. Februar 1873 in Brunshaupten als Sohn des Büdners und Tischlers Joachim Christian Martin Fischer geboren. 1902 ist Fischer Müller in Neubukow. Im gleichen Jahr heiratet er am 20. Juni Marie Sophie Adolfine Emma Burmeister, eine Tochter des Zierower Mühlenpächters Carl Friedrich Christian Burmeister. Nach der Heirat wird Fischer selbst Mühlenpächter in Zierow. Im Jahr 1917 kauft Fischer Hof I für 467.500 Mark. Die Hofübergabe fand am 15. Dezember 1917 statt. Nach nur wenigen Monaten verkauft Fischer den Hof jedoch wieder.
Heinrich Rolfs1918→ aus Kretjenkoog
Der aus dem nordfriesischen Kretjenkoog stammende Rittergutsbesitzer auf Neuenhagen bei Dassow kauft Hof I Anfang 1918 für 460.000 Mark von Heinrich Fischer. Die Hofübergabe fand am 19. Februar 1918 statt. Nach einigen Monaten verkauft Rolfs jedoch wieder - mit erheblichem Gewinn. Rolfs scheint mit seinen Unternehmungen jedoch wenig Glück gehabt zu haben, denn sein Neuenhagener Gut wird 1933 zwangsversteigert.
Bernhard Pohl1918→ aus Stettin
Bernhard Gustav Emil Pohl wurde am 18. April 1891 in Stettin geboren. Er heiratet am 18. Dezember 1918 in Wessin Lilly Dorothea Rehder, eine Tochter des Flensburger Kaufmanns Christian Heinrich Carl Rehder. Kurz vor seiner Eheschließung kauft er Hof I für 525.000 Mark von Heinrich Rolfs. Die Hofübergabe fand am 9. Dezember 1918 statt. Er bleibt nur wenige Wochen Besitzer des Hofes.
Rudolf 
von Stosch
1919→ aus Emden
Rudolf Helmut von Stosch wurde am 28. Oktober 1890 als Sohn des Geheimen Regierungs- u. Baurats Richard Oskar von Stosch und dessen Ehefrau Emma Emilie Bertha geb. Knörcke in Emden geboren. danach lebte die Familie in Stade. Von Stosch, der erste Nicht-Landwirt unter den Eigentümern des Hofes (er war Kapitän) kauft im Januar 1919 Hof I für 545.750 Mark von Bernhard Pohl. Auch von Stosch besitzt den Hof nur kurze Zeit und verkauft diesen Anfang 1920 an Hans-Henning Schneider. Später, am 29. April 1933 heiratet er in Danzig-Langfuhr die Kontoristin Hedwig Warmbier. Rudolf von Stosch stirbt am 11. Januar 1962 in Flensburg, 
Hans-Henning Schneider1920→ aus Magdeburg
Johannes ("Hans")-Henning Schneider wurde am 1. Januar 1888 in Magdeburg als Sohn des praktischen Arztes Sanitätsrat Dr. med. Carl Schneider und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Bettenstaedt geboren.  Schneider heiratet als Oberleutnant zur See am 4. Oktober 1916 Emma Elisabeth Gudrun Barg. Diese war eine Tochter des Direktors der Rostocker Neptunwerft Gerhard Barg und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Tewes. Nach Ende seiner aktiven Zeit bei der Marine wird Schneider 1919 erst Wirtschafter auf Hof I, bevor er diesen Ende desselben Jahres kauft. Er zahlt den exakt gleichen Kaufpreis wie schon sein Vorgänger, nämlich 545.750 Mark. Auch Schneider war von Hause aus kein Landwirt, sondern Marineoffizier, zuletzt im Range eines Kapitänleutnants zur See. Möglicherweise hatte Schneider tatsächlich vor, länger in Brandenhusen zu wirtschaften. Jedoch fühlte er sich nach eigener Aussage auf dem einsam gelegenen Hof nicht wohl und fand auch kaum Zugang zu den alteingesessenen Poeler Familien. So verkauft er den Hof bereits nach wenigen Monaten wieder und wird Werftkapitän. Er stirbt im Jahr 1965.
Friedrich Schmitt/
Carl Deilmann
1920-1921→ aus Sagsdorf/aus Kurl
Friedrich ("Fritz") Schmitt kam aus Sagsdorf bei Sternberg. Näheres zu ihm ist nicht bekannt. Er kauft Hof I im April 1920 von Schneider für 800.000 Mark und verkauft ihn durch seinen Bevollmächtigten, den aus Kurl bei Dortmund stammenden Bergbauunternehmer Carl Deilmann am 17. August 1920 an Gustav Behnke. Schmitt selbst verzieht kurz darauf nach Höxter. Deilmann selbst enstammte einer alten westfälischen Bergmannsfamilie und wurde 1866 nahe Dortmund geboren. 1888 gründet er 22-jährig die "Carl Deilmann Bergbau- und Tiefbau-GmbH" in Dortmund. Das erfolgreiche Unternehmen entwickelt sich zu einem bedeutenden Spezialanbieter im Bergbaubereich und führt neben Auftragsarbeiten für Bergbau-unternehmen auch eigene Tätigkeiten im Bereich der Erschließung von Erdöl und Erdgas durch. Später übernimmt Sohn Carl Deilmann Jr. die Firma. Auch er war neben seinem Vater in der Brandenhusener Hofangelegenheit als Bevollmächtigter Schmitts eingesetzt. Carl Deilmann Sr. starb im Jahr 1936, sein Sohn Carl Deilmann Jr. im Jahr 1985.
Gustav Behnke1920→ aus Berlin
Gustav Reinhold Behnke war ein Landwirt aus Berlin-Weissensee und kam ursprünglich aus Güttland in der Danziger Niederung (nach anderen Angaben aus dem Kreis Bromberg). Verheiratet war er mit einer Meta Malwine geb. Gutzmann, die 1873 Otterau-Langenau im Kreis Bromberg geboren wurde. Noch 1905 verdingte Behnke sich in Berlin als Kassierer, er war also auch kein gelernter Landwirt. Am 17. August 1920 kauft Behnke Hof I für 1.350.000 Mark von Friedrich Schmitt. Als Schmitts Bevollmächtigter wickelt wieder Carl Deilmann den Kauf ab. Am 21. August bezieht Behnke den Hof. Offenbar gibt es aber nach Vertragsabschluss Unregelmäßigkeiten. So wirft der Bevollmächtigte Deilmann dem Käufer Behnke vor, dass dieser seinen Zahlungsverpflichtungen trotz mehrfacher Mahnungen nicht nachgekommen sei. Am 4. Februar 1921 tritt Deilmann vom Kaufvertrag zurück. Behnke fühlt sich um sein Eigentum betrogen und versucht mit Waffengewalt wieder in Besitz des inzwischen an Kleingarn verkauften Hofes zu gelangen. Er überfällt mit Komplizen nachts den Hof und es kommt zu einer wüsten Schießerei in Brandenhusen - ernsthaft verletzt wird jedoch niemand. Behnke wird wegen Landfriedensbruch verurteilt. 1930 befindet er sich in der JVA Berlin-Tegel in Haft. Ob er zu dieser Zeit noch wegen der Schießerei in Brandenhusen einsitzt, ist unklar.
Theodor
Julius
Kleingarn
ab 1921→ aus Vadersdorf
Theodor Julius Kleingarn wurde am 11. Januar 1876 in Vadersdorf auf der Insel Fehmarn geboren. Seine Eltern waren der Landmann Paul Ferdinand Kleingarn und dessen Ehefrau Agnes Gertrude geb. Scheel. Beide Elternteile entstammten uralten Fehmaraner Familien. Theodor Kleingarn kauft Hof I am 10. März 1921 von Schmitts Bevollmächtigen Deilmann. Der Hof wird unmittelbar nach Vertragsabschluss an Kleingarn übergeben, der am 1. April auf den Hof zieht.
Johann Joachim Kleingarnbis 1945→ Sohn des vorigen
Joachim Kleingarn wurde als drittes Kind und zweiter Sohn seiner Eltern am 5. Juni 1904 in Vadersdorf auf der Insel Fehmarn geboren. Am 18. September 1928 heiratet er in Schönberg/Mecklenburg Hanna Marie Emma Kröger. Um oder vor 1930 ist Joachim Kleingarn Pächter des väterlichen Hofes und übernimmt diesen später vollständig. Er führt den Hof bis zur Enteignung 1945. Nach der Wende kauften Kleingarns Nachkommen das Gutshaus zurück und sanierten es. Heute kann man im Haus - wie schon damals - Urlaub machen.
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Blick vom Gutshaus über den Hofplatz, ein klassischer Dreiseitenhof - Foto aus den 1930er Jahren

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Der Hofplatz erstreckte sich bis direkt an die Küste - Blick von der Seeseite - Foto aus den 1930er Jahren

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Das Gutshaus im Jahr 1954 - Quelle: Helmut Kuzina, Wismar

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Das Gutshaus nach der Sanierung im heutigen Zustand

Hoffolge der Brandenhusener Hofstelle II  (Hufe II, später mit Weitendorf I und Wangern II vereint)

NameZeitBemerkungen
Marquard
Brincker
1519-1526Marquard Brincker wird zwischen 1519 und 1526 in verschiedenen Steuerlisten und Abgaberegistern erwähnt. Näheres zu ihm ist nicht überliefert.
Carsten
Buck
1544-1571→ Schwiegersohn von Marquard Brinker ?
Carsten Buck wird zwischen 1544 und 1571 in verschiedenen Steuerlisten und Abgaberegistern erwähnt. Er hat nach diesen 2¾ Hufen Land und war demnach Hausmann auf Hofstelle II. Möglicherweise war er der Schwiegersohn von Marquard Brincker. Carsten war der erste Buck auf Hofstelle II. Derr Hof bleibt dann über viele Generationen und etwa 250 Jahre in Besitz der Bucks.
Carsten
Buck
1571-1599→ Sohn des vorigen
Carsten Buck wurde um 1534 in Brandenhusen geboren und war wohl ein Sohn des vorigen. Aufgrund der Namens-gleichheit mit seinem Vorgänger ist der Zeitpunkt der Hofübernahme nicht genau bestimmbar und liegt möglicherweise schon vor 1571.
Hans
Buck
1694→ Enkel von Carsten Buck ?
Hans Buck wird nur einmal in den spärlichen Quellen erwähnt. Er war wohl ein Enkel von Carsten Buck. Vermutlich stirbt er zwischen 1694 und 1698.
Christian
Lembke
1698→ Interimswirt
Christian Lembke wird in der Schwedischen Landesaufnahme im Jahr 1698 als Vollbauer in Brandenhusen erwähnt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde er um oder schon vor 1698 Interimswirt auf Hof II. Als er 1729 stirbt, schreibt das Kirchenbuch zu ihm: ,,...gewesener alter Haußwirt...auf Buck Stelle in Brandhusen...”. 
Claus
Buck
1699-1711→ Mutmaßlicher Sohn von Hans Buck
Claus (Claes) Buck mag um 1665 in Brandehusen geboren sein. Sein mutmaßlicher Vater war Hans Buck. Aufgrund fehlender Quellen kann zu ihm und seiner Zeit auf dem Hof hier nur gemutmaßt werden. Wann er starb ist nicht bekannt, da die Poeler Kirchenbücher erst im Jahr 1709 einsetzen und zudem bis 1927 viele Lücken aufweisen. Verheiratet war Claus mit Maria Lembke, die sich familiär nicht mehr zuordnen lässt, aber mit Sicherheit zur Poeler Familie Lembke gehörte. Vielleicht war sie eine Tochter oder Schwester des Vorgängers. Sie starb im Januar 1730 und das Kirchenbuch schreibt über sie: ,,Maria Lembcken aus Brandhußen des Haußwirts Bucken s. Mutter”.
Claus
Buck
1711-1740→ Sohn des vorigen
Der Brandenhusener Hauswirt Claus Buck wurde vermutlich um 1690 als Sohn des Vorigen geboren. Er heiratet am 22. Oktober 1711 Catharina Maria, „Jochim Schröders in Kirchdorf Tochter“ und übernimmt wohl auch um diese Zeit den elterlichen Hof. Er stirbt im Juni 1740 in Brandenhusen. Seine Witwe folgt ihm im Mai 1756.
Claus
Buck
1744-1762→ Sohn des vorigen
Claus Buck, auch Nicolas oder Clas genannt, wurde 1718 in Brandenhusen geboren und am 14. Oktober getauft. Am 8. Oktober 1744 heiratet er Anna Maria Steinhagen, eine Tochter aus der zweiten Ehe des Hauswirts Erdmann Steinhagen von Gollwitz, Hof II. Er stirbt jedoch mit nur 43 Jahren im Februar 1762 und hinterlässt seine Frau mit fünf Kindern, darunter Sohn Claus, den künftigen Hoferben. Als Witwe heiratet sie am 11. Februar 1763 Johann Steinhagen aus Timmendorf. Sie stirbt im Dezember 1781 und wird am 18. des Montats beerdigt.
Johann Steinhagen1763-1772→ Interimswirt
Johann Steinhagen stammte aus Timmendorf, wo er 1731 geboren wurde. Seine Eltern waren Martin Steinhagen und dessen Ehefrau Catharina geb. Steinhagen. Bis zu seiner Heirat arbeitet Johann als Knecht in Timmendorf. Am 11. Februar 1763 heiratet er Claus Bucks Witwe Anna Maria geb. Steinhagen und wird Hausmann und Interimswirt auf Brandenhusen Hof II. Nachdem sein Stiefsohn den Hof übernimmt, geht Johann auf das Altenteil. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1781 heiratet Johann als Altenteiler noch ein zweites Mal. Sein Leben endet tragisch am 12. Mai 1807. Er ,,ertrank, indem sein Boot auf der Herreise von Wismar am zwölften dieses Monats des Abends dichte bei Brandenhusen vom Winde umgeworfen wurde. Am fünfzehnten ward er wieder gefunden“. Anna Maria Steinhagen, verwitwete Baumann, geborene Liesebarg,Seine zweite Frau, sie hieß ebenfalls Anna Maria und war eine verwitwete Baumann, geborene Liesebarg, überlebte ihn um 20 Jahre und starb am 4. Mai 1827 in Gollwitz.
Claus
Buck
1772-1781→ Sohn von Claus Buck
Claus Buck wird im Oktober 1744 in Brandenhusen geboren und am 11. Oktober getauft. Er heiratet in erster Ehe am 13. November 1772 Anna Lucia Steinhagen aus Timmendorf und übernimmt den elterlichen Hof vermutlich auch in jenem Jahr von seinem Stiefvater. Seine Frau stirbt jedoch nach der schweren Geburt des ersten Kindes im August 1744. Auch das Kind wird nur wenige Tage alt. Der junge Hausmann heiratet am 19. Oktober 1775 erneut. Seine zweite Ehefrau ist die aus Weitendorf stammende, 1756 geborene Hausmannstochter Anna Lucia Wegener. Claus Buck stirbt nach wenigen Ehejahren am 3. Dezember 1781 und hinterlässt neben seiner Witwe noch drei kleine Kinder, von denen nur das älteste, Sohn Clas (Nicolaus) das Erwachsenenalter erreicht und später auch den Hof erben wird. Claus´ Witwe heiratet in Folge noch zweimal: 1782 als Witwe Erdmann Steinhagen und 1793 als zweifache Witwe Harm Baier.
Erdmann Steinhagen1782-1792→ Interimswirt
Erdmann Steinhagen stammte aus Malchow, Hof V und war der zweite Sohn von Hausmann Jacob Steinhagen und dessen erster Ehefrau Catharina Maria Treumann. Geboren wurde Erdmann im Mai 1753 und am 21. Mai getauft. Am 22. November 1782 heiratet er Claus Bucks Witwe Anna Lucia Wegener und wird Hausmann und Interimswirt auf Brandenhusen Hof II. Er stirbt zehn Jahre später, am 26. November 1792 mit 39 Jahren.
Harm
Beyer
1793-1801→ Interimswirt
Harm Beyer wurde am 31. Oktober 1762 in Timmendorf geboren. Seine Eltern waren der Timmendorfer Hausmann Harm Beyer und dessen Ehefrau Trin Marie geb. Steinhagen auf Timmendorf Hof I. Durch seine Heirat mit der bereits zweifachen Witwe Anna Lucia Wegener wird er 1793 Hausmann und Interimswirt auf Brandenhusen Hof II. Er überlebt seine Frau um 40 Jahre und stirbt als Altenteiler am 26. Februar 1849 in Brandenhusen im Alter von 86 Jahren. Seine Frau starb bereits 1809. Sie hatte aus ihren drei Ehen 10 Kinder, von denen Sohn Clas (Nicolaus) Buck aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Anna Lucia Wegener den Hof 1801 übernimmt.
Nicolaus Buck1801-1802→ Sohn von Claus Buck
Nicolaus Buck wird im März 1777 in Brandenhusen als Sohn von Claus Buck und dessen zweiter Ehefrau Anna Lucia Wegener geboren und am 20. März getauft. Er heiratet am 20. November 1801 Anna Agneta Evers, eine Tochter seines Nachbarn, des Oberschulzen Jochim Hinrich Evers von Brandenhusen Hof I. Der junge Hausmann stirbt jedoch nach nur wenigen Monaten Ehe am 12. März 1802 und hinterlässt keine Nachkommen. Seine Witwe heiratet am 12. November 1802 Johann Jochim Wegener, einen Vetter ihres verstorbenen Mannes.
Johann
Jochim
Wegener
1802-1837→ Vetter von Nicolaus Buck
Johann Jochim Wegener wurde im Oktober 1770 in Weitendorf geboren und am 10. Oktober desselben Jahres getauft. Am 12. November 1802 heiratet er Anna Agneta Evers, die Witwe seines Vetters Nicolaus Buck. Durch die Heirat geht der Hof von der Familie Buck auf die Familie Wegener über. 1803 wird Sohn Hans, der künftige Hoferbe, geboren. Am 1. Juni 1840 stirbt Hans Wegener mit 69 Jahren in Brandenhusen. Seine Witwe stirbt am 24. September 1856.
Hans
Wegener
1837-1859→ Sohn des vorigen
Hans Wegener wird am 13. Juli 1803 in Brandenhusen als erstes Kind des Vorbesitzers geboren. Nach seiner Heirat übernimmt er als Hausmann den elterlichen Hof. Anna Sophia Maria Waack, seine Ehefrau, die er am 14. Juli 1837 heiratete, war eine Tochter des Gägelower Hausmanns Jochim Hinrich Waack und dessen Eherfrau Magdalena Dorothea geb. Steinhagen. Hans Wegener stirbt am 20. Februar 1859 in Brandenhusen. Vermutlich bewirtschaftet seine Witwe den Hof mit ihren älteren Töchtern, bis Sohn Hans den Hof nach seiner Heirat übernimmt. Ein Interimswirt lässt sich für die 11 Jahre nicht nachweisen.
Hans
Wegener
1870-1879→ Sohn des vorigen
Hans Joachim Heinrich Wegener war der älteste Sohn des Vorbesitzers und wurde am 3. Dezember 1844 in Brandenhusen als fünftes Kind geboren. Am 21. Oktober 1870 heiratet er die aus Vorwerk stammende Erbpächtertochter Bertha Sophia Evers von Vorwerk, Hof II. Um 1879 verkauft Hans Wegener seinen Brandenhusener Hof II an seinen gleichnamigen entfernten Vetter Hans Wegener aus Weitendorf. Danach zieht er mit Frau und Kindern von der Insel und wird Gutsinspektor in Frauenmark bei Gadebusch. Er stirbt am 8. Mai 1905 in Wismar, seine Witwe am 25. Juli 1930 ebendort.
Hans Wegener1879-1885→ Vetter des vorigen
Hans Wegener stammte aus Weitendorf und wurde dort am 13. Februar 1825 geboren. Seine Eltern waren der dort ansässige Hausmann Peter Wegener und dessen Ehefrau Anna Maria Dorothea geb. Lembke. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er den Weitendorfer Hof und kauft später auch die Höfe Brandenhusen II und Wangern II dazu und vereint seinen Besitz zu einem großen Hof. Hans Wegener ist bis 1885 Gutsbesitzer zu Weitendorf. Er stirbt am 17. Juni 1885 in Weitendorf-Hof im Alter von 60 Jahren. Verheiratet war er mit Johanna Sophie Henrike Marie Catharine Zarnekow, einer Tochter des Witziner Domänenpächters Johannes Zarnekow und dessen Ehefrau Catharina Diestel, die er ebendort am 15. Juli 1849 ehelichte. Sie starb am 10. Dezember 1904 mit 74 Jahren und wurde in Kirchdorf neben ihrem Mann beigesetzt.
Hans
Wegener
1885-1913→ Sohn des vorigen
Hans Friedrich Joachim Peter Wegener wird am 9. Juli 1859 in Weitendorf-Hof als Sohn des Vorbesitzers geboren. Er heiratet am 7. Juli 1887 in Elberfeld die 1865 in Essen geborene Johanna Maria Haacke, eine Tochter des dortigen Kreisschulinspektors Hermann Ludwig Haacke und dessen Ehefrau Anna Friederike Ida Bültmann. Bis 1913 ist Hans Wegener Gutsbesitzer auf Weitendorf-Hof, dann verkauft er sein Gut, bestehend aus Weitendorf-Hof, Brandenhusen II und Wangern II an Otto Eggers und setzt sich in Wismar zur Ruhe. Dort stirbt er am 4. Juli 1920 mit 60 Jahren. Seine Witwe folgt im am 22. Februar 1941 im Alter von 75 Jahren. Beide werden in Kirchdorf beerdigt.
Otto
Eggers
1913-1930→ aus Friedrichsdorf
Otto Ludwig Wilhelm Georg Eggers wurde am 18. April 1877 in Friedrichsdorf, Kirchspiel Dreveskirchen geboren. Seine Eltern waren der dortige Inspektor Adolf Caspar Carl Eggers und dessen Ehefrau Luise Marie Dorothea Meincke. Im Jahr 1908 ist er in Müggenburg wohnhaft, wo sein Vater als Administrator arbeitet. Im selben Jahr heiratet er am 8. Juli in Hamburg-Barmbek Anny Elisabeth Flügger, eine Tochter des Prokuristen Joachim Daniel Hermann Flügger und dessen Ehefrau Emma Elisabeth geb. Telge. Ein Jahr später ist Otto Eggers Ziegeleiverwalter in Wismar, 1911 dann Gutsverwalter zu Müggenburg, 1913 kauft er von Hans Wegener den Brandenhusener Hof II und bewirtschaftet ihn bis zu seinem Tod am 31. Juli 1930.
Anny Eggers1930-1936→ Witwe des vorigen
Die Witwe von Otto Eggers wird nach dem Tode ihres Mannes von amtlicher Seite als Hofbesitzerin anerkannt und bleibt dies bis zur Übernahme des Hofes durch ihren Sohn. Danach zieht Anny Eggers zunächst nach Wismar, später nach Brüel. Sie stirbt am 10. Januar 1956 mit 71 Jahren in Schwerin.
Gerhard
Eggers
1936-1945→ Sohn von Otto und Anny Eggers
Gerhard Adolf Hermann Georg Eggers wird am 19. April 1909 in Wismar als Sohn des Vorbesitzers geboren. Er ehelichte in den 1930er Jahren  Ilse Henriette Auguste Hermine Peters, eine Tochter des Gutsbesitzers Andreas Carl Ludwig Albert Peters und dessen Ehefrau Thekla Elisabeth Marianne, geb. Schade in Blieschendorf, wo sie 1915 auch geboren wurde. 1936 ist Gerhard Eggers Landwirt zu Hof Weitendorf und führt den Hof bis zu seiner Enteignung 1945. Er stirbt am 9. November 1986 in der Bundesrepublik; seine Urne wird 1997 gemeinsam mit der seiner Frau, die 1997 starb, auf Poel beigesetzt. Der Brandenhusener Hof II existiert heute nicht mehr.
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